Dienstag, 23. Oktober 2007

Warten auf Mathis

Hi,

bei uns grad Sturm, Assignment und 20 Grad. Wir hocken in der Bibliothek, die trotz Vorlesungsschluss voll belegt ist. Neuseeland ist voller Streber. Ich bin nur hier, weil ich Online-Poker spielen wollte. Der Port ist aber leider gesperrt. Ach ja und weil der Mathis noch mal 800 Worte aus sich rausquetschen muss und ich ihm ein wenig helfen wollte.

Jetzt sitzen wir hier mit Bernie und Ert – zwei Mittvierziger in dreckigen Klamotten, die aufgeschlagene Atlanten auf den Knien liegen haben, um so zu tun, als würden sie lesen, aber in Wirklichkeit den umliegenden Frauen aufn Hintern gucken – und der Mathis kämpft mit seinem widrigen Schicksal.

Zum Glück wird es nie richtig langweilig. Grad hat Mathis mich beschimpft ich würde mir das Leben viel zu einfach machen, weil ich ihm nur in Stichpunkten gesagt hab, was er schreiben soll und nicht in ausformulierten Sätzen. Deluxe paradox:-)

Ansonsten

à Wir haben endlich einen Kiwi (den Vogel) gesehen, da wir im Wellington Zoo waren.

à Letzten in einer Bar mit Tom (Aussie) und Jeff (from Hawai) einen echt primitiven und volltrunkenen Kiwi getroffen. Der löhrte uns besoffen zu, versucht dann einen Freund annen Tisch zu winken. Freund hat ihn ignoriert.

Mathis darauf: Ey man, go and beat him up!

Kiwi: You’re fucking Nazi, man?

Mathis schenkt ihm seinen bösen Blick, der sonst nur Kölnern vorbehalten ist. Jeff und Tom versuchen dem Typen eifrig zu erklären, dass er mit seinem Leben spielt. Typ entschuldigt sich (lallt): Ey Guys, I’m just searching for the truth..you know…so, I heard you got a Hitler statue is that right?

Klar, gleich neben dem Kölner Dom…

à Vorgestern sind unsere beiden Lieblingsthais Pop und Jum abgereist. Eigentlich wollten wir die beiden noch angemessen verabschieden, aber sind leider nicht mehr dazu gekommen.

à Hatten ein lustiges Tutorium bei unserem Tutor Kane, der uns erst mit Mikro aufgenommen und sich anschließend mit dem Rest des Kurses über Saras Stimme lustig gemacht hat. Gehässige Lehrer gehen ab!

à Bei der gefaketen Pressekonferenz hat Mathis wieder eine Sternstunde gerissen:-) Wir – Mathis, Jenna und ich - mussten das Management von Britney Spears spielen, die anderen uns Fragen stellen. Frage kommt – Mathis muss antworten. Das „You see..“ hat er noch sauber rausgebracht, dann hat er nur noch undifferenzierte Mundbewegungen gemacht, wie ein auf Grund gelaufener Karpfen und der Rest der Antwort bestand dann aus Ansetzen, Ausatmen, Stöhnen und vielfältig interpretierbaren Handbewegungen. Gut das Jenna übernommen hat, ich war mit Lachen beschäftigt.

à Wayne war bei einem Salsa-Kontest in Auckland und ist zweiter geworden. Seitdem stolz wie Oscar.

à Für die Zeit die Wayne in Auckland war, hatte er uns aufgetragen, doch bitte die Reste zu essen, die er im Kühlschrank gehortet hatte. Aber nachdem der Reis die Konsistenz von Stahlbeton angenommen und die Fleischsuppe mit sich selbst fangen gespielt hat, haben wir doch für uns selbst gekocht. Die Reste haben wir anderweitig vernichtet…bis auf die Fleischsuppe. Dreimal dürft Ihr raten, was es am nächsten Tag zu essen gab. Mathis hat einmal mehr seinen todesverachtenden Mut unter Beweis gestellt und sogar was davon gegessen.

à Mathis hat beim Online Poker 150$ gewonnen / ich ungefär das gleiche verloren

à Unser Laser hat jetzt rostbraune Rallyestreifen, seit der Mathis den Abstand zu Waynes Gammelbus ein wenig zu großzügig ausgelegt hat.

Viele Grüße in alle Herren Länder,

Rallyestreifen Mathis und seine Denkhilfe

Freitag, 21. September 2007

Initiative rettet den Blog

Lieber schreibfauler Kurs,

da wollen wir den Blog mal reanimieren!

Zwei Wochen wieder in unserer Waynes World in Palmy und 160°-Mathis (dazu später mehr) und ich mussten ein paar Veränderungen feststellen. Die erfreuliche: es wird endlich Frühling! Temperaturen von 15 -20 Grad, alles fängt an zu blühen und andauernder Sonnenschein.

Aber nicht nur die Triebe der Bäume schlagen aus – wie sich bei einem Smalltalk herausstellte, fährt auch der Wayne inzwischen mehrgleisig. War etwas beklemmend als ich da mit Wayne und Quanta (quasi seine Hauptfrau) saß und Quanta mir das erzählt hat. Scheint sie aber auch nicht wirklich zu stören.

Der Wayne... Kein Job, aber eigenes Haus, finanziert sich von Arbeitslosengeld und Austauschstudenten und nimmt neben seiner „Freundin“ noch alles mit, was in seinen Salsakursen rumläuft. Wäre für viele Hartz4ler bestimmt ein Held.

Was war sonst so los?

1. der Mosi

Letzte Woche hat uns dann Mathis Freund Mosi heimgesucht. Mathis hat sich schon Tage vorher gefreut wie ein Schneekönig – O-Ton: „Verdammt guter Typ“. Kann ich kommentarlos stehen lassen.

Nachdem die beiden Helden nach ihrer nächtlichen Ankunft erstmal bis 12 Uhr am nächsten Tag gepennt haben, kurz was zu Essen eingeworfen und dann mit unserem Geschoss versucht dem Mosi eine Sehenswürdigkeit in Palmy zu präsentieren (ist gar nicht so einfach).

Wollten dann zum Windpark. Da stehen auf dem ungrenzenden Bergen so an die 2000 Windräder. Leider kannten wir den Weg nicht und mussten suchen. Auf der Suche jagte dann ein Highlight a la Mathis das nächste.

1. Highlight

Wir fahren in östlicher Richtung aus der Stadt – alles quadratisch, da kann man eigentlich nichts falsch machen.

Mathis: Wo müssen wir denn hin?

Ich: Immer nach Osten.

Mathis: Ohhh, du Penner! Kannste das nicht früher sagen, jetzt müssn wir drehen!

Schweigen

Mathis: Oder?

Schweigen

Mathis: Ach neee! Höhö *freut sich*

Das war schon ein guter Anfang, aber Mathis wäre nicht Mathis, wenn er da nicht in punkto Verpeiltheit einen draufsetzen würde :-)

Wir fahren so eine Schotterpiste inne Berge. Es fällt ein Scherz auf Mathis Kosten, daraus entwickelte sich dann folgendes philosophisches Gespräch.

2. Highlight

Mathis: Waldi, Du Ochse!

Ich: Stier bitte...

Er: Wo isn der Unterschied?

Ich: Der eine ist kastriert

Er: Echt...?? *denk* Warum gibts denn dafür ein extra Wort??

Mosi: Weil das irgendwie wichtig ist??

Mathis: Ja, aber das gibts für Menschen doch auch nicht

Ich: Eunuch??

Mathis: Echt??

Mathis: *denk* Aber die sind nur ein Mythos oder?

Mosi: Nö, eigentlich nicht…

Mathis: Aber die gibts doch nur im Märchen

Ich: Ne, die haben früher wirklich auf die Harems aufgepasst und so

Mathis: Was hat das denn für einen Sinn?

Ich: Na, die können halt nicht mehr!

Mathis: Wie? Klar!

Mosi: Äh äh

Mathis: Wie? Was passiert denn bei 'ner Kastraktion - schneiden die Dir den Schwanz ab, oder was?

Ungläubiges Geraune geht durchs Auto.

Ich: Ne, das andere wichtige Bestandteil

Mathis: Aber dann kannste doch trotzdem vögeln!

Mosi: Nein man!

Mathis: Wieso, bekommste doch trotzdem einen hoch und so

Ich: Nein Mann! Da haste die entsprechenden Hormone nicht mehr

Mathis: Ahhh, dann is das was anderes als eine Sterilisation

Ich: Jo

Mathis: Was machen die denn da?

Mosi: Na, Samenleiter durch!

Mathis: Ahhh, verstehe (macht ein Gesicht, als würden wir polnisch sprechen)

3. Highlight

Dann hat er uns kurz Zeit gegeben unser Zwerchfell wieder zu entspannen. Waren dann am Ende der Straße und leider führte sie nicht dorthin, wo wir uns das gewünscht hatten, also wieder zurück. Mathis hat es eilig. Die Straße wie alle Schotterpisten voller Kurven. Links geht’s steil runter, rechts steil rauf. Richtgeschwindigkeit für die Kurven 30. Mathis machts mit 80.

Da ging dreimal gut, dann brach das Heck aus, das Fahrzeug stellte sich quer, drehte sich um 160° und wir sind mit der Front in den grasbewachsenen Berghang gedübelt. Kurzer Schreck, dann Gelächter. Letztlich nichts passiert. Ok, es hing so ein bisschen Gras und Erde unterm Kühler, aber das war zu verkraften.

Hatten dann noch eine satte Party am Donnerstag vor einer Woche und am Freitag das Bourne Ultimatum im Kino. Mathis wollte lieber Ratatoulli gucken (Ihr wisst ja: Tiere sind so witzig!), aber das wurde per Mehrheitsentscheid abgewiesen. Aus Protest ist er dann bei Bourne eingenickt.

Aufm Heimweg dann mit 80 durchn Ort geknattert und sofort folgt uns jemand mit Diskolicht am Wagen. Mathis erstmal geflucht wie ein Rohrspatz. Der Officer war aber cool: „You think you’re on Autobaaan, eh?“

Hat dann die Papiere kontrolliert, während Mathis apathisch immer wieder „Das wird teuer, shit!“ vor sich hinflüsterte. Aber wir sind letztendlich mit einem „Slow down, guys.“ davon gekommen.

Während ich in Palmy und an der Uni am Versauern war sind der Mosi und Mathis dann ab in den Norden für ein wenig Sightseeing und weil der Mosi von Auckland dann nach Hause geflogen ist.

Dienstag is Mathis dann zurückgekommen – natürlich nicht ohne Highlight. War wohl tanken und hat dann einfach mal den Tankdeckel liegen lassen. Fazit – vollgetankt wird nicht mehr.

Gestern Thaiparty. Pop und Jum verlassen bald Neuseeland und daher wieder viel Essen, Bier und Cola umsonst. Hatten eine angeregte Diskussion über thailändische Sitten. Die haben uns versucht beizubringen, wie man sich zu Begrüßung vor wem verbeugt. War uns aber zu kompliziert – also haben wir die Thais einfach auf High-Five eingenordet. Das hat auch gleich viel besser geklappt.

So, Ihr schreibfaulen Nasen. Wir hoffen wir müssen nicht weiterhin immer die Fotos im StudiVZ angucken, um darauf schließen zu können, wie es Euch geht.

Cheers

Sonntag, 9. September 2007

We're back

(Ne Menge Fotos von unserem Trip gibt es hier:
http://www.mathiasbruehl.de/trip/
)


Liebe Mitglieder der intellektuellen Elite,

wir haben uns 10 Tage durch die Wildnis der Südinsel gekämpft. Das soll natürlich nicht ohne Reisebericht abgehen.

Tag 1 – Palmerston North nach Picton

Am Dienstag gings los. Wir wären schon früher losgefahren, aber Teile von uns dachten sich, es wäre ein geile Idee, das TV Assignment erst später abzugeben. Also das noch eben dem Prof. innen Kasten geworfen und ab nach Wellington.

Dort dann erstmal festgestellt, dass ich die Fähre falsch herum gebucht hab. Mathis hat sich gefreut, dass mal nicht er Mist gebaut hat und ich hätte mich gern selbst gegeißelt, aber die Leute waren so freundlich uns auf eine andere Fähre zu buchen und wir konnten dann doch noch am selben Tag rüber.

Drüben angekommen mussten wir dann den Hostelbesitzer erstmal ausm Bett klingeln, damit wir nicht im Auto übernachten müssen und haben dann gut geschlafen. Also ich besser als Mathis – ich hatte die Daunendecke :-)

Tag 2 – Picton nach Motueka

Nächster Morgen – Hostelfeeling. Erstmal ne Weile halbnackt durch die Gegend geirrt, bis ich die Duschen endlich gefunden hatte. Kurz gefrühstückt und los. Der Weg war einfach nur anstrengend. Keine fünf Minuten unterwegs und schon müssen wir halten, weil der Blick einfach der Hammer war. Es hatte sich Nebel gebildet und der lag nun wolkengleich über der See und nur die Berge ragten hervor. Stark. Haben fast in jeder Haltebucht gehalten und die Speicherkarte war nach einer Stunde bereits voll.

Die Malborough Sounds waren einfach unbeschreiblich. Sonnenschein, türkisblaues Wasser, grüne Berge und wenn man an der richtigen Stelle ist, keine Menschenseele. Stille und vollkommene Schönheit – passten wir beide super rein! (Mit Abstrichen auch das Auto)

Sind dann über Nelson bis an einen Strand in Kaiteriteri gefahren. Leider Ebbe, trotzdem paradiesisch – allerdings nicht nur die Natur. Kaum hatten wir unseren Strandspaziergang hinter uns und saßen wieder im Auto, kamen zwei Busse angefahren. Tür auf, es steigen jeweils ein dutzend Mädchen aus, laufen juchzend zum Strand, spielen Frisbee und fangen an sich gegenseitig nass zu machen... sind wir halt ein wenig länger geblieben :-)

An diesem Tag haben sich auch schon viele Konstanten der weiteren Reise gezeigt.

1. Mathis nörgelt rum, ich wäre zu hektisch

2. Ich nörgel rum, er sei eine lahme Ente

3. Mathis lobpreist sich selbst, besonders seine Fähigkeit Fotos zu machen

4. Wir sehen sehr viel von der heimischen Tierwelt. Schon auf den ersten Kilometern haben wir drei Quadratmeter-Oppossums auf der Straße kleben sehen

5. Ich lasse immer das Licht vom Auto an (was aber selbst nach zwei Stunden keine negativen Auswirkungen hat)

Tag 3 – Motueko nach Westport

Der Tag beginnt mit einem Wunder. Mathis ist um 9 Uhr wach. Bevor er merkt, dass er drei Stunden zu früh aufgestanden ist, hab ich ihn dann schnell ins Auto geschoben und bin losgefahren. Abel Tasman National Park. Über einen langen Schotterweg und durch verschiedene Weiden (ein Schaf links, ein Schaf rechts) zu einem duften Wald. Haben uns dann die Harwood Holes und einen Lookout Point angeguckt. Der Weg dahin, wäre in Deutschland wohl kaum als Wanderweg durchgegangen. War eine lustige Kletterpartie (Fußnote an dieser Stelle – Mathis hat sich nicht verletzt!). Die Holes waren auch nicht der Rede wert. Ein Schacht der über hundert Meter in die Tiefe reicht, allerdings kann man nur die ersten 10m sehen. Aber der Ausguck war stark. Wenn man erstmal die spitzen Felsen erklettert hatte, war man an einem tollen Ort, an dem man wahlweise die Aussicht genießen oder lästige Verwandte entsorgen kann – da fällt man nur einmal runter und Absperrungen gibt’s ja nicht.

Danach sind wir zu den „reinsten Quellen der Welt“ gefahren. 14.000 Liter pro Sekunde quellen dort aus dem Untergrund. Allerdings hat es geregnet. Also schnell wieder los zum Golden Bay. Sonne, Strände und wieder waren wir versucht alle zwei Meter zu halten. Sind dann an der Küste entlang zu den Wanui Falls. Die erwarten einen nach 30 Minuten Marsch in die Wildnis. Absolute Idylle. Hat nur noch die Meerjungfrau auf dem Felsen (den gab es wirklich) gefehlt.

Zwei neue Konstanten an diesem Tag.

1. Bei jedem schönen Ort gibt es eine „Sight-Cola“

2. Dank Mathis sehe ich auch im übelsten Wolkenbruch noch Licht … und zwar das am Ende des Tunnels. Der Mathis fährt nämlich wie eine gesengte Sau – vermutlich bin ich auch nicht besser, aber bei mir weiß ich ja, dass ich weiß, was ich mache. Zeitweise hab ich auch mal Sterne gesehen, als der Mathis sich überlegt hat, dass Schafe und Landschaft mehr Aufmerksamkeit bedürfen als die Straße, er dadurch gegen einen Felsen geheizt ist und mir mit dem Wagendach fast den Schädel gespalten hätte.

Tag 4 – Westport nach Wanaka

Morgens erstmal eine Robbenkolonie betrachtet. Coole Tiere. Liegen faul in der Gegend rum oder pöbeln – Mathis fühlte sich gleich wie zu Hause. Dann weiter zu einer wiedererbauten Goldgräberstadt. Das war allerdings nach all den atemberaubenden Aussichten der letzten Tage ein Reinfall. Reiner Touristenmist – aber man glaubt dem Reiseführer ja, wenn er was von „einzigartiger Sehenswürdigkeit“ sagt.

Sind schnell wieder gefahren und ab zum Franz Josef Gletscher. Auf dem Weg noch an einem wunderschönen spiegelglatten See, in dem sich die umliegende Szenerie gespiegelt hat, angehalten. Dann zum Gletscher selbst.

Vom Parkplatz muss man durch ein riesiges ausgetrocknetes Flussbett. Also fast ausgetrocknet, da fließt noch der oder andere Fluss / Bach durch und über die muss man erstmal rüber.

Natürlich wieder Zeit für ein Highlight a la Mathis :-) Erstmal mich beschimpfen, dass ich es trockenen Fußes auf die andere Seite geschafft hab und dann beim eigenen Überqueren vergessen, dass man den Fuß am besten hochhebt, wenn man einen Schritt macht. Schon hing er wieder drin und war am Fluchen wie ein Rohrspatz. Aber war nur halb so schlimm.

Anschließend sind wir vier Stunden nach Wanaka gefahren. Leider hatten wir die Skisaison nicht bedacht und alles war voll. Haben dann aber durch viel Glück doch noch ein Plätzchen bei einem Ehepaar gefunden. Riesige Betten und gutes Frühstück von Rob.

Tag 5 – Wanaka nach Queenstown

Rob hat uns dann auch mehrere Tipps für Sehenswürdigkeiten in Wanaka gegeben. Die erste war lustig, aber im Grunde auch nur Touristenmist. Ein Haus mit verschiedenen Illusionen. Eine war dann doch beeindruckend – die hat es tatsächlich geschafft, dass der Mathis größer aussah als ich. Dementsprechend war er auch gut gelaunt. Das ließ aber schnell wieder nach, als wir den angrenzenden Berg bestiegen haben, um einen guten Ausblick zu haben. Aber nach der Sight-Cola am Gipfel hat er wieder fröhlich rum photographiert und sich selbst, ob seines Könnens gelobt. Dann eben noch zum See an eine Stelle, die Rob uns beschrieben hatte und ein paar Fotos später waren wir auch schon auf dem Weg nach Queenstown.

Sind im strömenden Regen angekommen. Haben aber dank unseres schwulen bolivianischen Freundes schnell ein Hostel gefunden. Abends dann samt selbigem in die Stadt – Mathis will die Touristen im Casino abzocken. Viele Sprüche und schlechte Blätter später hat er 160 Doller von mir verzockt (er selber war ja blank) und wir konnten den Abend bei einer tollen Party in einer anliegenden Kneipe ausklingen lassen.

Haben dann in einer Stube mit zwei Schotten und zwei aus unserer Uni gepennt. Dank der Schotten roch das Zimmer angenehm nach Fuß und die haben dann auch für die nächtliche Unterhaltung gesorgt, weil der eine sich hat aufs Maul hauen lassen und geblutet hat wie ne Kuh beim Schächten. Hat wohl auch einen Zahn minus gemacht…

Die haben übrigens einen lustigen Akzent die Schotten – war aber vllt. auch nur wegen des abgebrochenen Zahns.

Tag 6 – Queenstown

Da Queenstown DIE Touristenstadt der Südinsel ist, haben wir uns natürlich breit schlagen lassen, was zu unternehmen. Wir heißt in diesem Fall ich und etwas heißt in diesem Fall Bungeejumping. Gebucht, gefahren, gesprungen. Macht Spaß, ist aber teuer.

Vorm Sprung noch mit dem Seilmeister gescherzt.

Er: How’re you doin’?

Ich: As long as you do a good job, I’m fine.

Er: Ohh, it depends *dreckiges Lachen*

Man hat einen duften Adrenalinpegel, wenn man am Abgrund steht. Natürlich auch eine schöne Aussicht, aber darauf achtet man da nicht so.

Danach sind wir zu einem weiteren Drehort vom Herrn der Ringe gefahren. Der Weg dahin führte am größten See der Südinsel entlang und war wieder einmal beeindruckend und die Speicherkarte bald voll. Der Wald war auch super. Der Weg führte über viele Flüsschen, aber kein Problem, wir fahren ja einen Ford Laser XL :-)

Am Abend will der Mathis wieder ins Casino. „Wir müssen ja das Geld wieder gewinnen!“. Nachdem er meine nächsten 160 Doller verspielt hat, sind wir dann nach Hause.

Tag 7 – Queenstown nach Oamaru

Die ganze erste Etappe von Queenstown nach Dunedin über strahlender Sonnenschein. In Dunedin das Center, die Station, das Courthouse und den botanischen Garten angeguckt (nächste Sight-Cola). Schöne Stadt. Aber als wir dann an den Pinguinstrand wollten (halbe Stunde Fahrt) war das leider private property.

Der ganze Tag bestand aus viel Fahrt. In Oamaru war schon um 8 Uhr abends tote Hose und das einzige Youth Hostel geschlossen. Also mussten wir im Motel absteigen. Teuer, aber immerhin WLan für eine Stunde umsonst und Sky TV (so was wie Premiere). Haben dann zwei sinnlose Filme geguckt. Den ersten konnte man gut verstehen, wenn man die Worte Nigga und Fuck beherrscht (Jo Nigga, are my bro aight?). Der zweite war mit Usher, was natürlich einen superkomplexen Plot garantiert. Haben dann Beziehungs- und Szenen raten gemacht (wer mit wem und was passiert als nächstes). Lagen erstaunlich häufig richtig.

Tag 8 – Oamaru nach Christchurch

Auch in Oamaru kann man Pinguine sehen, wir aber leider nicht, weil die nur abends kommen und wir früh wieder gefahren sind. Sind dann zum Peel Forest Park und haben eine üble Wanderung durch die Wildnis (weil nass, glitschig und matschig) zu den Emily Falls hinter uns gebracht. Mussten wieder zahlreiche Flüsse überqueren. Mathis hat sich beachtlich geschlagen und war nur die Knie abwärts nass. Hat sich auch dementsprechend selbst gefeiert.

Sind dann weiter nach Christchurch, wo uns Dauerregen und ein tolles Hostel erwartet haben. Super Aufenthaltsraum mit Pooltisch und Ofen und man konnte sich viele Filme angucken.

Tag 9 – Christchurch

Zunächst sind wir eine Touristenroute durch die Stadt gefahren. Allerdings haben wir nach 5 Minuten bereits den Faden verloren und sind dann direkt zum New Brighton Peer gefahren. Strahlender Sonnenschein und an der See Windstärke 10. Sight-Cola und dann ab. Das angedachte Ziel (die anliegende Halbinsel) haben wir nie erreicht, stattdessen sind wir auf einem Aussichtspunkt mit tollem Blick über die Stadt gelandet. Die anschließende Straße war mindestens genauso gut.

Abends in einem sehr schönen Lokal uns mal was gegönnt. Wir haben sonst ja nur von Schokoriegeln und Sight-Colas gelebt. Ach ja und am Tag vorher hatte ich noch einen kulinarischen Supergau gezaubert, weil die hier statt Tomatensauce, Ketchup in Dosen verkaufen. War ganz schön übel. Stellt Euch Bolognese mit Ketchup statt Tomaten vor und ihr wisst Bescheid.

Filmchen geguckt – ab ins Bett.

Tag 10 – Christchurch – Blenheim

Haben uns bei erneut strahlendem Sonnenschein zu den Hammer Springs durchgeschlagen. Das sind warme Quellen in ungefähr tausend Meter Höhe. Da kann man sich in warmem Wasser mit Blick auf die schneebedeckten Berge in der Sonne aalen. Haben wir dann auch lange gemacht. Schön entspannend.

Anschließend im Hostel in Blenheim festgestellt, dass wir von Deutschen umringt sind, die bei der anliegenden Weinernte helfen. Auch mal ganz nett.

Tag 11 – Blenheim – Picton – Wellington - Palmy

Der Weg ist nur noch ein Katzensprung. In Picton zwei Stunden bis zum Check-In Zeit gehabt – also wieder fix auf die Berge und die Aussicht auf die Sounds genossen. Einige Sonnenstunden, Sight-Colas und Fotos später sind wir dann ab auf die Fähre und haben uns an der tollen Aussicht erfreut. Drei Stunden später in Wellington angekommen und ab nach Palmy. Noch kurz den Sonnenuntergang photographiert und dann waren wir auch wieder zu Hause. Geschafft aber glücklich.

Als der Wayne wenig später kam, war das erste, was er gemacht hat und zur nächsten Salsaparty einzuladen – da wussten wir dann endgültig, dass die Flitterwochen vorbei waren :-)


Insgesamt hat uns der Trip beiden super gefallen und wir haben Dinge gesehen, die wir weder je zuvor gesehen haben noch je vergessen werden. Außerdem haben wir festgestellt, dass der Name für unseren Wagen „Ford Laser XL“ überaus passend ist. Ein Laser kommt ja auch überall durch. Die Karre ist wie Angela Merkel, sieht scheiße aus, macht aber einen guten Job.

Jetzt beginnt hier erstmal der Rugby Worldcup – das ist wie WM bei uns. Da ist einiges los. Wir dürfen auch wieder Assignments schreiben, also wird uns nicht langweilig und die nächste Einladung zum JiuJitsu oder zum Salsa kommt auch bestimmt.

Das waren für uns beide wohl die unvergesslichsten Wochen unseres Aufenthalts. Wir wünschen Euch allen auf jeden Fall etwas Vergleichbares, denn durch so etwas wird uns und Euch hoffentlich auch das Semester immer in guter Erinnerung bleiben.

Pass auf Euch auf, wir trinken jetzt eine Mate-Coke auf Euch alle :-)

Freitag, 7. September 2007

Wieder in Palmy

Soooo, nachdem wir 10 Tage über die Südinsel getourt sind und die unglaubliste Natur gesehen haben, sind wir wieder zurück in Palmerston North und zu Hause bei Wayne. Waldi schreibt bestimmt in den nächsten Tagen einen schönen Bericht und ich werde mal die besten Fotos raussuchen. Haben auch das ein oder andere Video gemacht, z.B. wie Waldi von ner Brücke springt ;-)

hier schon mal 3 bilder für einen ersten eindruck...