Dienstag, 23. Oktober 2007

Warten auf Mathis

Hi,

bei uns grad Sturm, Assignment und 20 Grad. Wir hocken in der Bibliothek, die trotz Vorlesungsschluss voll belegt ist. Neuseeland ist voller Streber. Ich bin nur hier, weil ich Online-Poker spielen wollte. Der Port ist aber leider gesperrt. Ach ja und weil der Mathis noch mal 800 Worte aus sich rausquetschen muss und ich ihm ein wenig helfen wollte.

Jetzt sitzen wir hier mit Bernie und Ert – zwei Mittvierziger in dreckigen Klamotten, die aufgeschlagene Atlanten auf den Knien liegen haben, um so zu tun, als würden sie lesen, aber in Wirklichkeit den umliegenden Frauen aufn Hintern gucken – und der Mathis kämpft mit seinem widrigen Schicksal.

Zum Glück wird es nie richtig langweilig. Grad hat Mathis mich beschimpft ich würde mir das Leben viel zu einfach machen, weil ich ihm nur in Stichpunkten gesagt hab, was er schreiben soll und nicht in ausformulierten Sätzen. Deluxe paradox:-)

Ansonsten

à Wir haben endlich einen Kiwi (den Vogel) gesehen, da wir im Wellington Zoo waren.

à Letzten in einer Bar mit Tom (Aussie) und Jeff (from Hawai) einen echt primitiven und volltrunkenen Kiwi getroffen. Der löhrte uns besoffen zu, versucht dann einen Freund annen Tisch zu winken. Freund hat ihn ignoriert.

Mathis darauf: Ey man, go and beat him up!

Kiwi: You’re fucking Nazi, man?

Mathis schenkt ihm seinen bösen Blick, der sonst nur Kölnern vorbehalten ist. Jeff und Tom versuchen dem Typen eifrig zu erklären, dass er mit seinem Leben spielt. Typ entschuldigt sich (lallt): Ey Guys, I’m just searching for the truth..you know…so, I heard you got a Hitler statue is that right?

Klar, gleich neben dem Kölner Dom…

à Vorgestern sind unsere beiden Lieblingsthais Pop und Jum abgereist. Eigentlich wollten wir die beiden noch angemessen verabschieden, aber sind leider nicht mehr dazu gekommen.

à Hatten ein lustiges Tutorium bei unserem Tutor Kane, der uns erst mit Mikro aufgenommen und sich anschließend mit dem Rest des Kurses über Saras Stimme lustig gemacht hat. Gehässige Lehrer gehen ab!

à Bei der gefaketen Pressekonferenz hat Mathis wieder eine Sternstunde gerissen:-) Wir – Mathis, Jenna und ich - mussten das Management von Britney Spears spielen, die anderen uns Fragen stellen. Frage kommt – Mathis muss antworten. Das „You see..“ hat er noch sauber rausgebracht, dann hat er nur noch undifferenzierte Mundbewegungen gemacht, wie ein auf Grund gelaufener Karpfen und der Rest der Antwort bestand dann aus Ansetzen, Ausatmen, Stöhnen und vielfältig interpretierbaren Handbewegungen. Gut das Jenna übernommen hat, ich war mit Lachen beschäftigt.

à Wayne war bei einem Salsa-Kontest in Auckland und ist zweiter geworden. Seitdem stolz wie Oscar.

à Für die Zeit die Wayne in Auckland war, hatte er uns aufgetragen, doch bitte die Reste zu essen, die er im Kühlschrank gehortet hatte. Aber nachdem der Reis die Konsistenz von Stahlbeton angenommen und die Fleischsuppe mit sich selbst fangen gespielt hat, haben wir doch für uns selbst gekocht. Die Reste haben wir anderweitig vernichtet…bis auf die Fleischsuppe. Dreimal dürft Ihr raten, was es am nächsten Tag zu essen gab. Mathis hat einmal mehr seinen todesverachtenden Mut unter Beweis gestellt und sogar was davon gegessen.

à Mathis hat beim Online Poker 150$ gewonnen / ich ungefär das gleiche verloren

à Unser Laser hat jetzt rostbraune Rallyestreifen, seit der Mathis den Abstand zu Waynes Gammelbus ein wenig zu großzügig ausgelegt hat.

Viele Grüße in alle Herren Länder,

Rallyestreifen Mathis und seine Denkhilfe

Freitag, 21. September 2007

Initiative rettet den Blog

Lieber schreibfauler Kurs,

da wollen wir den Blog mal reanimieren!

Zwei Wochen wieder in unserer Waynes World in Palmy und 160°-Mathis (dazu später mehr) und ich mussten ein paar Veränderungen feststellen. Die erfreuliche: es wird endlich Frühling! Temperaturen von 15 -20 Grad, alles fängt an zu blühen und andauernder Sonnenschein.

Aber nicht nur die Triebe der Bäume schlagen aus – wie sich bei einem Smalltalk herausstellte, fährt auch der Wayne inzwischen mehrgleisig. War etwas beklemmend als ich da mit Wayne und Quanta (quasi seine Hauptfrau) saß und Quanta mir das erzählt hat. Scheint sie aber auch nicht wirklich zu stören.

Der Wayne... Kein Job, aber eigenes Haus, finanziert sich von Arbeitslosengeld und Austauschstudenten und nimmt neben seiner „Freundin“ noch alles mit, was in seinen Salsakursen rumläuft. Wäre für viele Hartz4ler bestimmt ein Held.

Was war sonst so los?

1. der Mosi

Letzte Woche hat uns dann Mathis Freund Mosi heimgesucht. Mathis hat sich schon Tage vorher gefreut wie ein Schneekönig – O-Ton: „Verdammt guter Typ“. Kann ich kommentarlos stehen lassen.

Nachdem die beiden Helden nach ihrer nächtlichen Ankunft erstmal bis 12 Uhr am nächsten Tag gepennt haben, kurz was zu Essen eingeworfen und dann mit unserem Geschoss versucht dem Mosi eine Sehenswürdigkeit in Palmy zu präsentieren (ist gar nicht so einfach).

Wollten dann zum Windpark. Da stehen auf dem ungrenzenden Bergen so an die 2000 Windräder. Leider kannten wir den Weg nicht und mussten suchen. Auf der Suche jagte dann ein Highlight a la Mathis das nächste.

1. Highlight

Wir fahren in östlicher Richtung aus der Stadt – alles quadratisch, da kann man eigentlich nichts falsch machen.

Mathis: Wo müssen wir denn hin?

Ich: Immer nach Osten.

Mathis: Ohhh, du Penner! Kannste das nicht früher sagen, jetzt müssn wir drehen!

Schweigen

Mathis: Oder?

Schweigen

Mathis: Ach neee! Höhö *freut sich*

Das war schon ein guter Anfang, aber Mathis wäre nicht Mathis, wenn er da nicht in punkto Verpeiltheit einen draufsetzen würde :-)

Wir fahren so eine Schotterpiste inne Berge. Es fällt ein Scherz auf Mathis Kosten, daraus entwickelte sich dann folgendes philosophisches Gespräch.

2. Highlight

Mathis: Waldi, Du Ochse!

Ich: Stier bitte...

Er: Wo isn der Unterschied?

Ich: Der eine ist kastriert

Er: Echt...?? *denk* Warum gibts denn dafür ein extra Wort??

Mosi: Weil das irgendwie wichtig ist??

Mathis: Ja, aber das gibts für Menschen doch auch nicht

Ich: Eunuch??

Mathis: Echt??

Mathis: *denk* Aber die sind nur ein Mythos oder?

Mosi: Nö, eigentlich nicht…

Mathis: Aber die gibts doch nur im Märchen

Ich: Ne, die haben früher wirklich auf die Harems aufgepasst und so

Mathis: Was hat das denn für einen Sinn?

Ich: Na, die können halt nicht mehr!

Mathis: Wie? Klar!

Mosi: Äh äh

Mathis: Wie? Was passiert denn bei 'ner Kastraktion - schneiden die Dir den Schwanz ab, oder was?

Ungläubiges Geraune geht durchs Auto.

Ich: Ne, das andere wichtige Bestandteil

Mathis: Aber dann kannste doch trotzdem vögeln!

Mosi: Nein man!

Mathis: Wieso, bekommste doch trotzdem einen hoch und so

Ich: Nein Mann! Da haste die entsprechenden Hormone nicht mehr

Mathis: Ahhh, dann is das was anderes als eine Sterilisation

Ich: Jo

Mathis: Was machen die denn da?

Mosi: Na, Samenleiter durch!

Mathis: Ahhh, verstehe (macht ein Gesicht, als würden wir polnisch sprechen)

3. Highlight

Dann hat er uns kurz Zeit gegeben unser Zwerchfell wieder zu entspannen. Waren dann am Ende der Straße und leider führte sie nicht dorthin, wo wir uns das gewünscht hatten, also wieder zurück. Mathis hat es eilig. Die Straße wie alle Schotterpisten voller Kurven. Links geht’s steil runter, rechts steil rauf. Richtgeschwindigkeit für die Kurven 30. Mathis machts mit 80.

Da ging dreimal gut, dann brach das Heck aus, das Fahrzeug stellte sich quer, drehte sich um 160° und wir sind mit der Front in den grasbewachsenen Berghang gedübelt. Kurzer Schreck, dann Gelächter. Letztlich nichts passiert. Ok, es hing so ein bisschen Gras und Erde unterm Kühler, aber das war zu verkraften.

Hatten dann noch eine satte Party am Donnerstag vor einer Woche und am Freitag das Bourne Ultimatum im Kino. Mathis wollte lieber Ratatoulli gucken (Ihr wisst ja: Tiere sind so witzig!), aber das wurde per Mehrheitsentscheid abgewiesen. Aus Protest ist er dann bei Bourne eingenickt.

Aufm Heimweg dann mit 80 durchn Ort geknattert und sofort folgt uns jemand mit Diskolicht am Wagen. Mathis erstmal geflucht wie ein Rohrspatz. Der Officer war aber cool: „You think you’re on Autobaaan, eh?“

Hat dann die Papiere kontrolliert, während Mathis apathisch immer wieder „Das wird teuer, shit!“ vor sich hinflüsterte. Aber wir sind letztendlich mit einem „Slow down, guys.“ davon gekommen.

Während ich in Palmy und an der Uni am Versauern war sind der Mosi und Mathis dann ab in den Norden für ein wenig Sightseeing und weil der Mosi von Auckland dann nach Hause geflogen ist.

Dienstag is Mathis dann zurückgekommen – natürlich nicht ohne Highlight. War wohl tanken und hat dann einfach mal den Tankdeckel liegen lassen. Fazit – vollgetankt wird nicht mehr.

Gestern Thaiparty. Pop und Jum verlassen bald Neuseeland und daher wieder viel Essen, Bier und Cola umsonst. Hatten eine angeregte Diskussion über thailändische Sitten. Die haben uns versucht beizubringen, wie man sich zu Begrüßung vor wem verbeugt. War uns aber zu kompliziert – also haben wir die Thais einfach auf High-Five eingenordet. Das hat auch gleich viel besser geklappt.

So, Ihr schreibfaulen Nasen. Wir hoffen wir müssen nicht weiterhin immer die Fotos im StudiVZ angucken, um darauf schließen zu können, wie es Euch geht.

Cheers

Sonntag, 9. September 2007

We're back

(Ne Menge Fotos von unserem Trip gibt es hier:
http://www.mathiasbruehl.de/trip/
)


Liebe Mitglieder der intellektuellen Elite,

wir haben uns 10 Tage durch die Wildnis der Südinsel gekämpft. Das soll natürlich nicht ohne Reisebericht abgehen.

Tag 1 – Palmerston North nach Picton

Am Dienstag gings los. Wir wären schon früher losgefahren, aber Teile von uns dachten sich, es wäre ein geile Idee, das TV Assignment erst später abzugeben. Also das noch eben dem Prof. innen Kasten geworfen und ab nach Wellington.

Dort dann erstmal festgestellt, dass ich die Fähre falsch herum gebucht hab. Mathis hat sich gefreut, dass mal nicht er Mist gebaut hat und ich hätte mich gern selbst gegeißelt, aber die Leute waren so freundlich uns auf eine andere Fähre zu buchen und wir konnten dann doch noch am selben Tag rüber.

Drüben angekommen mussten wir dann den Hostelbesitzer erstmal ausm Bett klingeln, damit wir nicht im Auto übernachten müssen und haben dann gut geschlafen. Also ich besser als Mathis – ich hatte die Daunendecke :-)

Tag 2 – Picton nach Motueka

Nächster Morgen – Hostelfeeling. Erstmal ne Weile halbnackt durch die Gegend geirrt, bis ich die Duschen endlich gefunden hatte. Kurz gefrühstückt und los. Der Weg war einfach nur anstrengend. Keine fünf Minuten unterwegs und schon müssen wir halten, weil der Blick einfach der Hammer war. Es hatte sich Nebel gebildet und der lag nun wolkengleich über der See und nur die Berge ragten hervor. Stark. Haben fast in jeder Haltebucht gehalten und die Speicherkarte war nach einer Stunde bereits voll.

Die Malborough Sounds waren einfach unbeschreiblich. Sonnenschein, türkisblaues Wasser, grüne Berge und wenn man an der richtigen Stelle ist, keine Menschenseele. Stille und vollkommene Schönheit – passten wir beide super rein! (Mit Abstrichen auch das Auto)

Sind dann über Nelson bis an einen Strand in Kaiteriteri gefahren. Leider Ebbe, trotzdem paradiesisch – allerdings nicht nur die Natur. Kaum hatten wir unseren Strandspaziergang hinter uns und saßen wieder im Auto, kamen zwei Busse angefahren. Tür auf, es steigen jeweils ein dutzend Mädchen aus, laufen juchzend zum Strand, spielen Frisbee und fangen an sich gegenseitig nass zu machen... sind wir halt ein wenig länger geblieben :-)

An diesem Tag haben sich auch schon viele Konstanten der weiteren Reise gezeigt.

1. Mathis nörgelt rum, ich wäre zu hektisch

2. Ich nörgel rum, er sei eine lahme Ente

3. Mathis lobpreist sich selbst, besonders seine Fähigkeit Fotos zu machen

4. Wir sehen sehr viel von der heimischen Tierwelt. Schon auf den ersten Kilometern haben wir drei Quadratmeter-Oppossums auf der Straße kleben sehen

5. Ich lasse immer das Licht vom Auto an (was aber selbst nach zwei Stunden keine negativen Auswirkungen hat)

Tag 3 – Motueko nach Westport

Der Tag beginnt mit einem Wunder. Mathis ist um 9 Uhr wach. Bevor er merkt, dass er drei Stunden zu früh aufgestanden ist, hab ich ihn dann schnell ins Auto geschoben und bin losgefahren. Abel Tasman National Park. Über einen langen Schotterweg und durch verschiedene Weiden (ein Schaf links, ein Schaf rechts) zu einem duften Wald. Haben uns dann die Harwood Holes und einen Lookout Point angeguckt. Der Weg dahin, wäre in Deutschland wohl kaum als Wanderweg durchgegangen. War eine lustige Kletterpartie (Fußnote an dieser Stelle – Mathis hat sich nicht verletzt!). Die Holes waren auch nicht der Rede wert. Ein Schacht der über hundert Meter in die Tiefe reicht, allerdings kann man nur die ersten 10m sehen. Aber der Ausguck war stark. Wenn man erstmal die spitzen Felsen erklettert hatte, war man an einem tollen Ort, an dem man wahlweise die Aussicht genießen oder lästige Verwandte entsorgen kann – da fällt man nur einmal runter und Absperrungen gibt’s ja nicht.

Danach sind wir zu den „reinsten Quellen der Welt“ gefahren. 14.000 Liter pro Sekunde quellen dort aus dem Untergrund. Allerdings hat es geregnet. Also schnell wieder los zum Golden Bay. Sonne, Strände und wieder waren wir versucht alle zwei Meter zu halten. Sind dann an der Küste entlang zu den Wanui Falls. Die erwarten einen nach 30 Minuten Marsch in die Wildnis. Absolute Idylle. Hat nur noch die Meerjungfrau auf dem Felsen (den gab es wirklich) gefehlt.

Zwei neue Konstanten an diesem Tag.

1. Bei jedem schönen Ort gibt es eine „Sight-Cola“

2. Dank Mathis sehe ich auch im übelsten Wolkenbruch noch Licht … und zwar das am Ende des Tunnels. Der Mathis fährt nämlich wie eine gesengte Sau – vermutlich bin ich auch nicht besser, aber bei mir weiß ich ja, dass ich weiß, was ich mache. Zeitweise hab ich auch mal Sterne gesehen, als der Mathis sich überlegt hat, dass Schafe und Landschaft mehr Aufmerksamkeit bedürfen als die Straße, er dadurch gegen einen Felsen geheizt ist und mir mit dem Wagendach fast den Schädel gespalten hätte.

Tag 4 – Westport nach Wanaka

Morgens erstmal eine Robbenkolonie betrachtet. Coole Tiere. Liegen faul in der Gegend rum oder pöbeln – Mathis fühlte sich gleich wie zu Hause. Dann weiter zu einer wiedererbauten Goldgräberstadt. Das war allerdings nach all den atemberaubenden Aussichten der letzten Tage ein Reinfall. Reiner Touristenmist – aber man glaubt dem Reiseführer ja, wenn er was von „einzigartiger Sehenswürdigkeit“ sagt.

Sind schnell wieder gefahren und ab zum Franz Josef Gletscher. Auf dem Weg noch an einem wunderschönen spiegelglatten See, in dem sich die umliegende Szenerie gespiegelt hat, angehalten. Dann zum Gletscher selbst.

Vom Parkplatz muss man durch ein riesiges ausgetrocknetes Flussbett. Also fast ausgetrocknet, da fließt noch der oder andere Fluss / Bach durch und über die muss man erstmal rüber.

Natürlich wieder Zeit für ein Highlight a la Mathis :-) Erstmal mich beschimpfen, dass ich es trockenen Fußes auf die andere Seite geschafft hab und dann beim eigenen Überqueren vergessen, dass man den Fuß am besten hochhebt, wenn man einen Schritt macht. Schon hing er wieder drin und war am Fluchen wie ein Rohrspatz. Aber war nur halb so schlimm.

Anschließend sind wir vier Stunden nach Wanaka gefahren. Leider hatten wir die Skisaison nicht bedacht und alles war voll. Haben dann aber durch viel Glück doch noch ein Plätzchen bei einem Ehepaar gefunden. Riesige Betten und gutes Frühstück von Rob.

Tag 5 – Wanaka nach Queenstown

Rob hat uns dann auch mehrere Tipps für Sehenswürdigkeiten in Wanaka gegeben. Die erste war lustig, aber im Grunde auch nur Touristenmist. Ein Haus mit verschiedenen Illusionen. Eine war dann doch beeindruckend – die hat es tatsächlich geschafft, dass der Mathis größer aussah als ich. Dementsprechend war er auch gut gelaunt. Das ließ aber schnell wieder nach, als wir den angrenzenden Berg bestiegen haben, um einen guten Ausblick zu haben. Aber nach der Sight-Cola am Gipfel hat er wieder fröhlich rum photographiert und sich selbst, ob seines Könnens gelobt. Dann eben noch zum See an eine Stelle, die Rob uns beschrieben hatte und ein paar Fotos später waren wir auch schon auf dem Weg nach Queenstown.

Sind im strömenden Regen angekommen. Haben aber dank unseres schwulen bolivianischen Freundes schnell ein Hostel gefunden. Abends dann samt selbigem in die Stadt – Mathis will die Touristen im Casino abzocken. Viele Sprüche und schlechte Blätter später hat er 160 Doller von mir verzockt (er selber war ja blank) und wir konnten den Abend bei einer tollen Party in einer anliegenden Kneipe ausklingen lassen.

Haben dann in einer Stube mit zwei Schotten und zwei aus unserer Uni gepennt. Dank der Schotten roch das Zimmer angenehm nach Fuß und die haben dann auch für die nächtliche Unterhaltung gesorgt, weil der eine sich hat aufs Maul hauen lassen und geblutet hat wie ne Kuh beim Schächten. Hat wohl auch einen Zahn minus gemacht…

Die haben übrigens einen lustigen Akzent die Schotten – war aber vllt. auch nur wegen des abgebrochenen Zahns.

Tag 6 – Queenstown

Da Queenstown DIE Touristenstadt der Südinsel ist, haben wir uns natürlich breit schlagen lassen, was zu unternehmen. Wir heißt in diesem Fall ich und etwas heißt in diesem Fall Bungeejumping. Gebucht, gefahren, gesprungen. Macht Spaß, ist aber teuer.

Vorm Sprung noch mit dem Seilmeister gescherzt.

Er: How’re you doin’?

Ich: As long as you do a good job, I’m fine.

Er: Ohh, it depends *dreckiges Lachen*

Man hat einen duften Adrenalinpegel, wenn man am Abgrund steht. Natürlich auch eine schöne Aussicht, aber darauf achtet man da nicht so.

Danach sind wir zu einem weiteren Drehort vom Herrn der Ringe gefahren. Der Weg dahin führte am größten See der Südinsel entlang und war wieder einmal beeindruckend und die Speicherkarte bald voll. Der Wald war auch super. Der Weg führte über viele Flüsschen, aber kein Problem, wir fahren ja einen Ford Laser XL :-)

Am Abend will der Mathis wieder ins Casino. „Wir müssen ja das Geld wieder gewinnen!“. Nachdem er meine nächsten 160 Doller verspielt hat, sind wir dann nach Hause.

Tag 7 – Queenstown nach Oamaru

Die ganze erste Etappe von Queenstown nach Dunedin über strahlender Sonnenschein. In Dunedin das Center, die Station, das Courthouse und den botanischen Garten angeguckt (nächste Sight-Cola). Schöne Stadt. Aber als wir dann an den Pinguinstrand wollten (halbe Stunde Fahrt) war das leider private property.

Der ganze Tag bestand aus viel Fahrt. In Oamaru war schon um 8 Uhr abends tote Hose und das einzige Youth Hostel geschlossen. Also mussten wir im Motel absteigen. Teuer, aber immerhin WLan für eine Stunde umsonst und Sky TV (so was wie Premiere). Haben dann zwei sinnlose Filme geguckt. Den ersten konnte man gut verstehen, wenn man die Worte Nigga und Fuck beherrscht (Jo Nigga, are my bro aight?). Der zweite war mit Usher, was natürlich einen superkomplexen Plot garantiert. Haben dann Beziehungs- und Szenen raten gemacht (wer mit wem und was passiert als nächstes). Lagen erstaunlich häufig richtig.

Tag 8 – Oamaru nach Christchurch

Auch in Oamaru kann man Pinguine sehen, wir aber leider nicht, weil die nur abends kommen und wir früh wieder gefahren sind. Sind dann zum Peel Forest Park und haben eine üble Wanderung durch die Wildnis (weil nass, glitschig und matschig) zu den Emily Falls hinter uns gebracht. Mussten wieder zahlreiche Flüsse überqueren. Mathis hat sich beachtlich geschlagen und war nur die Knie abwärts nass. Hat sich auch dementsprechend selbst gefeiert.

Sind dann weiter nach Christchurch, wo uns Dauerregen und ein tolles Hostel erwartet haben. Super Aufenthaltsraum mit Pooltisch und Ofen und man konnte sich viele Filme angucken.

Tag 9 – Christchurch

Zunächst sind wir eine Touristenroute durch die Stadt gefahren. Allerdings haben wir nach 5 Minuten bereits den Faden verloren und sind dann direkt zum New Brighton Peer gefahren. Strahlender Sonnenschein und an der See Windstärke 10. Sight-Cola und dann ab. Das angedachte Ziel (die anliegende Halbinsel) haben wir nie erreicht, stattdessen sind wir auf einem Aussichtspunkt mit tollem Blick über die Stadt gelandet. Die anschließende Straße war mindestens genauso gut.

Abends in einem sehr schönen Lokal uns mal was gegönnt. Wir haben sonst ja nur von Schokoriegeln und Sight-Colas gelebt. Ach ja und am Tag vorher hatte ich noch einen kulinarischen Supergau gezaubert, weil die hier statt Tomatensauce, Ketchup in Dosen verkaufen. War ganz schön übel. Stellt Euch Bolognese mit Ketchup statt Tomaten vor und ihr wisst Bescheid.

Filmchen geguckt – ab ins Bett.

Tag 10 – Christchurch – Blenheim

Haben uns bei erneut strahlendem Sonnenschein zu den Hammer Springs durchgeschlagen. Das sind warme Quellen in ungefähr tausend Meter Höhe. Da kann man sich in warmem Wasser mit Blick auf die schneebedeckten Berge in der Sonne aalen. Haben wir dann auch lange gemacht. Schön entspannend.

Anschließend im Hostel in Blenheim festgestellt, dass wir von Deutschen umringt sind, die bei der anliegenden Weinernte helfen. Auch mal ganz nett.

Tag 11 – Blenheim – Picton – Wellington - Palmy

Der Weg ist nur noch ein Katzensprung. In Picton zwei Stunden bis zum Check-In Zeit gehabt – also wieder fix auf die Berge und die Aussicht auf die Sounds genossen. Einige Sonnenstunden, Sight-Colas und Fotos später sind wir dann ab auf die Fähre und haben uns an der tollen Aussicht erfreut. Drei Stunden später in Wellington angekommen und ab nach Palmy. Noch kurz den Sonnenuntergang photographiert und dann waren wir auch wieder zu Hause. Geschafft aber glücklich.

Als der Wayne wenig später kam, war das erste, was er gemacht hat und zur nächsten Salsaparty einzuladen – da wussten wir dann endgültig, dass die Flitterwochen vorbei waren :-)


Insgesamt hat uns der Trip beiden super gefallen und wir haben Dinge gesehen, die wir weder je zuvor gesehen haben noch je vergessen werden. Außerdem haben wir festgestellt, dass der Name für unseren Wagen „Ford Laser XL“ überaus passend ist. Ein Laser kommt ja auch überall durch. Die Karre ist wie Angela Merkel, sieht scheiße aus, macht aber einen guten Job.

Jetzt beginnt hier erstmal der Rugby Worldcup – das ist wie WM bei uns. Da ist einiges los. Wir dürfen auch wieder Assignments schreiben, also wird uns nicht langweilig und die nächste Einladung zum JiuJitsu oder zum Salsa kommt auch bestimmt.

Das waren für uns beide wohl die unvergesslichsten Wochen unseres Aufenthalts. Wir wünschen Euch allen auf jeden Fall etwas Vergleichbares, denn durch so etwas wird uns und Euch hoffentlich auch das Semester immer in guter Erinnerung bleiben.

Pass auf Euch auf, wir trinken jetzt eine Mate-Coke auf Euch alle :-)

Freitag, 7. September 2007

Wieder in Palmy

Soooo, nachdem wir 10 Tage über die Südinsel getourt sind und die unglaubliste Natur gesehen haben, sind wir wieder zurück in Palmerston North und zu Hause bei Wayne. Waldi schreibt bestimmt in den nächsten Tagen einen schönen Bericht und ich werde mal die besten Fotos raussuchen. Haben auch das ein oder andere Video gemacht, z.B. wie Waldi von ner Brücke springt ;-)

hier schon mal 3 bilder für einen ersten eindruck...



Dienstag, 21. August 2007

Beautiful nature and two lovely guys










Waldi's next strike

Hi Leute,

wir befinden uns auf der Zielgeraden vor dem Semesterbreak. Nur noch zwei Tage Uni, ein Test, eine Präsentation und zwei Assignments stehen uns im Weg, dann geht es ab auf die Südinsel. Ach ja und die Geburtstagsfeier von unserem schwulen Bolivianer. Der feiert am Donnerstag seinen zwanzigsten. Mal sehen, ob er wieder so abgeht, wie bei der letzten gemeinsamen Party, O-Ton: Ohh man, I don’t know if I should have taken these last three party pills…“ ...in dem Moment wusste ich auch nicht, ob seine Mutter nicht mal besser hätte die Pille nehmen sollen.

Werden aber aufgrund der angespannten Assignmentlage wohl nicht so exzessiv mitfeiern. Mathis plant noch dem einen Dozenten so lange die Ohren voll zuheulen, bis er ihm das Assignment erlässt. Aber die Chancen dafür sind eher vage.

Ansonsten beschäftigt uns der ewige Kampf mit Wayne. Er versucht uns weiterhin hartnäckig von einem seiner Hobbies – JiuJitsu oder Salsa – zu überzeugen, wir ihn davon, mal was zu kochen, wo man auch sieht, was drin ist. Beide Parteien scheitern bisher. Aber heute kocht erstmal wieder Quanta für uns und morgen machen wir dann was.

Ansonsten hat der Wayne sich dann endlich das gekauft, was er am Allernötigsten brauchte: ein zweite Mikrowelle! Dreimal dürft Ihr raten, von wessen Geld er die finanziert hat…

Aber ich versteh das, ich fühl mich auch immer mies, wenn ich nicht mindestens sechs verschiedenen Geräte im Haus habe, mit denen ich Essen warm machen kann...verrückt…

Er hätte auch einen neuen Duschkopf kaufen, uns einen ausgeben oder eine satte Dolby-Surround-Anlage besorgen können.

Am Wochenende waren wir wieder mal im Süden. Die Route fing schon gut an. Direkt zwischen zwei Bergen am Manawatu River entlang. Dann im Süden angekommen erst am Wairarapa See. Es war sauwindig, hatte aber auch was Gutes, danach hat der Mathis wenigstens sein Hemd ordentlich zugeknöpft.

Die Route anschließend nach Kaitoke war der Hammer. Mitten durchs Gebirge. Da unsere Karre leichte Schwierigkeiten hat sowohl am Berg zu beschleunigen als auch die Geschwindigkeit zu halten, hatte man viel Zeit die Täler und Berge zu begucken. Sehr weit, menschenleer und sehr schön.

Der größte Teil unseres Weges war wolkenverhangen. Aber das Wetter ist hier extrem wechselhaft. Wenn es direkt über Dir regnet, kanns einen Kilometer weiter schön sonnig sein. An einem Stück, wo es komplett bewölkt war, ist dann nur an einer einzigen Stelle die Sonne durch die Wolken gebrochen. Sah stark aus, wie ein Wasserfall aus Licht – aber leider unmöglich zu fotographieren.

Hinter der letzten Kurve hat uns dann die Sonne angelacht und uns auf unserem gesamten Trip durch den Kaitoke National Park begleitet (zwei Kilometer weiter hats genieselt). Der Park war ein weiteres Set vom Herrn der Ringe und auch sonst das Schönste, was wir bisher gesehen haben. Fluss, Urwald, Hängebrücken und Bäume aus denen man in Deutschland zehn machen kann.

Sieht aber dann doch nicht ganz so beeindruckend aus, wie im Herrn der Ringe. Computertechnik macht halt doch den Unterschied von wunderschön zu phantastisch aus.

Hat uns beiden aber trotzdem gut gefallen. Mathis vermutlich auch, weil er endlich mal kein Highlight gerissen hat und trockenen Fußes durchgekommen ist. Er war auch aufm Heimweg noch gut drauf und seine Pläne dargelegt, dass er sich einen Haus-Kiwi kaufen will, ihn dann Kojak nennt um dann mit ihm Gassi zu gehen :-)

Aber keine Woche ohne ein Highlight a la Mathis. Waren am Sonntag im Gym und der Mathis hat sich entschlossen mal was für den Muskelaufbau zu tun und nicht nur eine Stunde lang zu laufen. Jetzt muss man dazu wissen, dass der Mathis zwar laufen kann wie eine Gazelle, aber stemmt wie Spatz mit Krampfadern.

Waren grad gut dabei, da ist der Mathis auf einmal weg. Ein Phänomen, das er sonst nur unter akuten Alkoholeinfluss zeigt. Ich also nachgeguckt und da liegt er aufm Sofa im Foyer und stirbt langsam vor sich hin. Mit der gesunden Gesichtsfarbe eines Vanillejoghurts und der Eloquenz eines Scheintoten, hat er mir dann bemitleidenswert mitgeteilt, dass sein Kreislauf im Keller ist. Leider war keine Frau mit Glatze zur Reanimation da :-)

Sind dann nach Hause. Aufm Weg zum Auto und im Auto hat er dann auch die letzten zwei Akte vom sterbenden Schwan aufgeführt und ist dann einfach drin liegen geblieben als wir wieder zu Hause waren.

Die Gute Nachricht: eine Stunde später war wieder alles in Ordnung.

Einen Abend haben wir dann noch mit Wayne „300“ geguckt. Cooler Film und ein netter Männerabend, der Wayne war in seinem Element und hat uns mit allerlei Süßigkeiten vollgestopft. War gut zu ertragen.

In diesem Sinne: CMM4, what is your profession?
Die richtige Antwort gewinnt einen Ballettbesuch mit Mathis und Kojak ;-)

Take Care

Montag, 13. August 2007

Der Jägermeister war zu viel ;-)





Vom Saufen und Studieren

Hi Leute,

die letzte Woche war von etlichen Premieren geprägt. Zum ersten Mal durften wir ein Assignment fertig stellen und abgeben. Zum ersten Mal haben wir unter Zeitdruck die Frist um satte fünf Minuten verpasst. Aber unser Lehrer hat sie trotzdem angenommen. Der findet uns sowieso super „I just love the Germans!“ – fällt ja auch nicht schwer mit zwei so herzigen Typen wie uns.

Durften auch gleich noch ein zweites Assignment machen. Das hat dann auch gleich besser geklappt – also bei mir. Mathis ringt bis zum heutigen Tag mit der Fertigstellung, aber ich bin frohen Mutes, dass wenn er mal ICQ abstellt, auch mal zum Schreiben kommt.

Freitag dann DER Tag! Mal wieder Palmerston North unsicher machen. Erst ins Fitz, wo wir erstmal dachten in eine Abiparty rein gelaufen zu sein, weil alle so jung aussahen. Stellte sich dann allerdings als Masseystudentenball-After-Party raus. Haben dann erstmal mit unserem Aussie-Freund Tom uns (Schrägstrich Mathis) einen gegeben. Lustigerweise macht das Fitz umd 12 dicht. Also ab zur nächsten Kneipe, die auch gleich noch eine Art Disco ist.

Und endlich hatte Mathis das Stadium erreicht, worauf er wochenlang hingearbeitet hat. Endlich konnte er beweisen, dass man sich auch in Neuseeland trefflich besaufen kann. Er war voll wien Eimer und ist fröhlich über die Tanzfläche getorkelt. Ich hab versucht nach Möglichkeit nicht aufzufallen. Ist mir auch gut gelungen. Stand inner Ecke mit sonst nur Maoritypen, die alle so 120kg-Schränke waren (wir sahen aus wie eine Horde Linebacker von den Dallas Cowboys mit nem weißen Somali dazwischen).

Hab mir dann noch überlegt, ob ich mal die eine Blondine auf den Mathis aufmerksam machen soll. Die sah aus, als ob die für so was zu haben wäre. Aber habs dann gelassen, die hatte zwar ein ansehnliches Profil, aber kein nettes Gesicht und man bucht ja auch keinen Urlaub auf Halbpension, wenn ihr versteht…

Auf dem Heimweg jagte dann ein Highlight a la Mathis das nächste! Erstmal wollte er mir erzählen, wohin wir gehen müssen. Wir also erstmal sauber falsch abgebogen. Keine Ahnung warum ich überhaupt auf ihn gehört hab. Dann war ihm kalt und er meinte wir sollten den Rest des Weges zum Auto joggen. Hab mich zwar gefragt, ob er in seinem Boris-Jelzin-Gedächtniszustand überhaupt laufen kann, ging aber ganz gut. Hab ihn trotzdem abgehängt, weil er zwischendurch versucht hat, Gitter um zutreten und Bauzäune umzuspringen. Ich komm beim Auto an – auf einmal is der Mathis weg. Ich kurz gewartet und tatsächlich kommt er aus der richtigen Gasse rausgetorkelt. Hat dann allerdings ein wenig länger zum Auto gebraucht, weil er noch versucht hat ein anderes Auto zu entern, das in der falschen Farbe zur falschen Zeit, am falschen Ort war und dass er deswegen für mich gehalten hat. Die wollten ihn dann aber trotz wildem Winken und Pöbeln irgendwie nicht reinlassen. Er hat aber erst von ihnen abgelassen, als ich ihm mal zugerufen hab.

Irgendwie hat er’s dann auch ins Auto geschafft. Also ab nach Hause. Angekommen, wir machen beide die Tür auf, ich geh ins Haus, leg mich hin. Hmmm, es is so ruhig? Eigentlich müsste der Mathis doch Fortunalieder singen oder reihern wie ein Hirsch…

Hab mir dann doch Sorgen gemacht und bin noch mal raus. Und ganz ehrlich..is der Typ doch BEIM Aussteigen eingeschlafen. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Der hing so halb aus der Beifahrertür raus und hat gepennt wie ein Baby.

Nachdem ich eine halbe Stunde gelacht habe, hab ich ihn erstmal wach geklopft und ihm gesagt er soll mal ins Haus schlafen gehen. Mathis nickt und orientiert sich erstmal in Richtung der Nachbarn. Dann hab ich ihn halt eigenhändig vors Haus gesetzt.

Ende vom Lied. Ich hab gut geschlafen. Mathis sich sauber übergeben und sein Leben hat sich am nächsten Tag auf einem 10m Radius um sein Bett abgespielt. War’n guter Abend. Freu mich jetzt schon, wenn wir unsere Verabredung einhalten, mit dem Aussie auf der Südinsel Einen zu heben. Da kann der Mathis dann mal auf der Südinsel für Furore sorgen.

Mehr von unseren Eskapaden demnächst

Hier noch die Bilder vom letzten Eintrag ;-)










Sonntag, 5. August 2007

Rainy days

We’re back,

draußen gehen grade sintflutartige Regenfälle runter. Das perfekte Wetter, um Worte von Ewigkeitswert auf „Papier“ zu bannen.

1. Thaitour to Modor

Mittwoch vor einer Woche war Wayne so nett eine Tour nach Mount Ruapehu anzusetzen. D.h. vor allem erstmal an unserem freien Tag um 6 Uhr aufstehen und dann um 9 Uhr mit unseren thailändischen Freunden losfahren. Ruapehu ist das Skigebiet hier und da Wayne ein kleiner Messi ist, hatte er zufällig 20 Paar Ski + Schuhe und 5 Snowboards + 20 Paar Schuhe da. Damit waren wir dann alle gut ausgerüstet.

Lustige 3 Stunden Hinfahrt. An ein paar schönen Wegpunkten angehalten, z.B. am Rangitikei – das ist ein Fluss, der der Drehort für den großen Fluss bei Herr der Ringe war. Die Thais sind ein faszinierendes Völkchen und waren die ganze Hinfahrt gut drauf, was Mathias und mir das Schlafen ein wenig erschwert hat.

Als wir angekommen sind mussten wir feststellen, dass der Ruapehu nicht umsonst der Drehort für Modor war. Das Wetter war übel. Starker Wind, Eisregen und alles Wolken verhangen. Haben kurz gegessen und uns dann trotzdem raus getraut. Nach einer Stunde Snowboarden (Mathis), Skifahren (ich), waren wir komplett durchnässt und haben uns im anliegenden Restaurant den Rest der Zeit mit den Thais vertrieben, während Wayne die Jugend mit 180 Grad Sprüngen aufm Idiotenhügel unterhalten hat. Er war dann auch dementsprechend komplett durchnässt, aber da er ein Kiwi ist, macht ihm das nichts aus. Der Großteil der einheimischen Bevölkerung läuft hier ja auch bei 5 Grad in kurzen Hosen und mit FlipFlops durch die Gegend.

Heimfahrt waren dann alle müde, daher war das Einnicken dann nicht mehr ganz so schwer.

2. Pool-Heros

Am Freitag haben wir uns dann mit unseren Lieblingsamis – David und Brian aus Colorado im Icons die Kante gegeben. Cooler Laden, mittige Theke, viele Bildschirme und drei Billardtische. Da lernt man auch im Nu Leute kennen. Hatte grad bestellt, da hatte mich schon ein fröhlicher Mitdreiziger angelallt, ich hätte einen so herzigen Akzent und wo ich denn herkomme. Lustige Leute.

Nach einer Stunde hat Brian dann beschlossen, mal die zwei Maoridamen vom Pooltisch zu vertreiben, um ein kleines Privatduell zu spielen. O-Ton: „I gotta feeling, I can beat you tonight!“ – verrückte Amis :-)

Leider waren die Clubinternen Regeln, dass man erst den Sieger des vorigen Duells schlagen musste, bevor man spielen darf. Also musste einer von uns beiden die Maorilady schlagen. Brian meinte „No worries, I do that!“ – also hab ich ihn mal machen lassen. Zack, verloren… dann hab ich das halt gemacht :-) Erst sie, dann ihren Freund und dann die beiden gegen uns beide – 3:0 Germany!

Guter Abend und langsam kannte Mathis sich auch mit der inländischen Bierauswahl aus.

In dieser Woche waren auch wieder Waynes Kinder da. Kiah scheint mit Wayne das Hobby zu teilen, auf so starken Seiten wie Barby.com oder PollyPocket-online zu surfen. Ich habe dann immer die Freude das zu beobachten, weil ich nur aus dem Wohnzimmer online gehen kann. Letztens haben sie online Barbies Traumhaus eingerichtet… ein Traum.

Kiah: What colour should the wall have, Dad? Pink?“

Wayne: „Yeah, that’d be excellent!“ – is klar…

Am Tag drauf hat dann Düsseldorf gespielt. Mal wieder Zeit für ein Highlight a la Mathis. Erstmal in die Stadt gefahren, um sich mit Bier für die Siegesfeier einzudecken, anschließend den Liveticker geschaut / gehört und abgefeiert – Düsseldorf hat tatsächlich gewonnen! Leider musste er dann am nächsten Tag feststellen, dass er vor lauter Euphorie den Schlüssel im abgeschlossenen Auto hat stecken lassen. Er und Wayne haben dann erstmal ein bisschen MacGyver gespielt und nach einer Stunde kläglichen Scheiterns, doch den Mann vom ADAC, was hier AA heißt, angerufen. Der hat mal fix unser Auto aufgebrochen. Vielen Dank.

Am nächsten Tag zur Uni. Schloss im Arsch. Vielen Dank…

3. Spiderpig

Letzten Montag nächster deutsch-amerikanischer Gipfel beim gemeinsamen Sprachen lernen. Haben uns in Japanisch versucht und mussten dann in einem Cafe feststellen, dass nicht jede Asiatin auch Japanerin ist. Aber sie hat Brians Versuche sie mit verstümmeltem Japanisch zu belabern mit Fassung getragen - sie konnte ja Englisch, kam aber leider aus Taiwan.

Anschließend uns das Simpsons-Movie rein gezogen, viel gelacht und dann im Starbucks über die Höhepunkte philosophiert. Die Überschrift diese Paragraphen war einstimmig der Renner.

4. Asiaparty und Glowworms

Die Studienwoche haben wir mit Anstand hinter uns gebracht. Wir waren glaube ich häufiger im Gym als in der Vorlesung. Das Gym ist super, wer stemmt nicht gern zu „Barby Girl“ von Aqua Gewichte? Und auch Scooter wird dort gespielt. Besonders gut hat uns die eine Asiatin auf dem Stepper gefallen, leider ist die nicht immer da. Aber für Mathis bestimmte Vorlieben (Frauen mit Glatze sind geil!!) gibt’s auch was zu sehen. Da läuft eine rum, die stemmt mit einem Arm mehr, als Mathis mit beiden Beinen. Vielleicht holen wir uns mal ihre Nummer – falls wir mal umziehen müssen oder so.

Diesen Freitag war dann Geburtstagsparty angesagt. Von Popp. Popp ist einer unserer Lieblingsthais, weil der so viel Ahnung von der Bundesliga hat. Haben seinen 35. gefeiert und es gab, wie üblich, wenn mehrere Thailänder auf einander treffen, massig zu essen. Wayne hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Er muss sich aber ein wenig bei den Maßeinheiten vertan haben, so hatte er einen Kuchen für die Party und noch fünf für zu Hause…

Haben dann gut gegessen, Mathis hat das Bier vernichtet und eine lustige Zeit mit u.a. Asako (Japanerin) und Wan (Vietnamesin) gehabt. Irgendwann hat sich Popp dann hingesetzt und eine kurze Rede gehalten, wie sehr er sich darüber gefreut hätte, dass wir gekommen sind usw. Wir waren ein wenig überrascht. 1. Weil wir eigentlich nichts Besonderes gemacht haben, außer zu kommen, keine Geschenke mitzubringen und zu essen. 2. Weil sich das Ganze nach dem Ende der Party anhörte.

Wir haben dann ein paar Witze darüber gemacht, dass das ja ein lustiger Rausschmiss gewesen wäre und ob wir gehen sollte. Tja und dann sind auf einmal wirklich alle gegangen… An dieser Stelle haben wir gelernt, dass selbst ein Rausschmiss bei Asiaten wie ein Lob klingt.

Danach sind wir fix nach Hause und haben uns für eine Nachtwanderung mit den Amis klar gemacht und uns dann anner Tanke getroffen.

Wir waren zu acht. Wir, Brian und David, Greg, Emily und Enid (allesamt Kiwis) und Eugene – wie man schon am Namen hört, kommt er aus Malaysia. Alle ab innen Van und lustige Fahrt in die Wildnis. Während der Fahrt hat Mathis einmal mehr versucht, Brian zum Alkohol zu bekehren und die versammelte Belegschaft fürs Cowtipping zu begeistern. Der Erfolg war mäßig :-)

Angekommen sind wir mitten in der Wildnis mit Taschenlampen bewaffnet an einem Bach entlang gewandert. Es gab keinen Weg und wir mussten ihn x-mal überqueren. Nach der Hälfte des Weges waren wir alle unterhalb der Knie ziemlich nass. Am Ende waren wir in einer Sackgasse von hohen Felswänden und einem kleinen Wasserfall umgeben. Die Wände waren übersäht mit den blau leuchtenden Glühwürmern. Wirklich cool. Wie ein Himmel voller kleiner blauer Sterne.

Nach der Rückfahrt haben wir dann mit Tränen in den Augen Abschied von Brian und David genommen. Die beiden fahren morgen ab und fliegen dann bald wieder in die Staaten. Echt schade, weil das auf jeden Fall die beiden coolsten Typen waren, die wir bisher getroffen haben.

5. Wellington

Gestern haben wir uns dann in die Hauptstadt gewagt. Eindruck war glänzend. Sehr schön und wenn wir über Zivilisation reden, das Beste, was wir bisher gesehen haben. Sind die Haupteinkaufsstraßen abgelaufen. Mit einer Seilbahn hoch zum botanischen Garten, mit schönem Blick auf die Stadt. Dann die Habourside, an der viele schicke Gebäude stehen und anschließend beim Iren essen – der dortige Koch sollte seine Berufswahl überdenken.

Dann sind wir ins Te Papa – Museum of NZ gegangen. Im Vergleich zu einem deutschen Museum ist das allerdings eher ein Vergnügungspark. Viel mit Licht und Soundeffekten. Zuletzt im strömenden Regen noch einmal in die Stadt, im „The black Harp“ eingekehrt und dann ein wenig nass wieder nach Hause.

Heute war erstmal Durchhängen angesagt. Aber wir müssen uns ja auch für die Uni morgen ausruhen. Zwei Stunden! …ach nein, die eine Stunde gucken wir ja nur TV :-)

Den nächsten Roman, demnächst.

Montag, 23. Juli 2007

Und die Bilder zum Text ;-)











Where Civilisation ends

Kia Ora,

wir haben unsere erste Studienwoche mit anhaltendem Erfolg hinter uns gebracht. Anhaltender Erfolg, weil wir es durchgehend geschafft haben, nach 45 Minuten spätestens entlassen zu werden.

Unseren Neuen Medien Kurs werden wir wohl aus akademischen Gründen abwählen, die Alternative ist Small Business Management, das sind nur zwei Stunden in der Woche – ergo mehr Freizeit.

Abgesehen von unseren Stundenplanoptimierungen haben wir natürlich das Wochenende genutzt. Freitagabend die Campusbar – das Äquivalent zum B7 – angeguckt. Starke Band, miese Party. Nur 50 Leute; haben uns einen Drink gegönnt und sind dann in die Stadt und haben uns einer Maoribar volllaufen lassen. Erst nachdem wir schon bestellt hatten, ist uns aufgefallen, dass es keine Weißen (also außer uns jetzt) in der Bar gab – die entsprechende Bar wäre gegenüber gewesen…

Dann noch geguckt, ob irgendwo anders eine Bar einen Besuch wert wäre. Nichts gefunden lediglich von der Polizei angehalten worden. Der Officer hat sich konsequent geweigert mit mir zu sprechen, solange ich die Tür auf und das Fenster nicht runter gekurbelt hatte. Dann durfte ich einen Spruch in seine Plastiktube sprechen, er war ein wenig traurig, dass da „Pass“ stand, hat uns nen schönen Abend gewünscht und ist abgezogen. Gut dass er in die andere Richtung gefahren ist, eine Straße weiter (auf’ner 4-spurigen Kreuzung) bin ich dann nämlich erstmal europäisch abgebogen…gut dass keiner auf der Straße war!

1. Trip

Samstag haben wir dann unseren ersten Roadtrip 80km in den Süden gemacht, um einen der Drehorte von Herr der Ringe zu begutachten. Immer nach dem Motto - wir haben zwar keine Ahnung wo die Straße hinführt, wir fahren sie aber trotzdem bis zum Ende – haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Ab in die Berge. Schön über Schotterpisten ohne Absperrung – die wären nötig gewesen, denn neben uns gings so 50-100m steil (und ich meine steil) runter. Der Adrenalinspiegel immer schön hoch, weil ausweichen auf den Straßen kein Spaß geworden wäre und hinter jeder Kurve (die man alle nicht einsehen konnte) der nächste 10 Tonner hätte kommen können, aber es kam zum Glück niemand.

Aber wo der Weg uns hingeführt hat – fernab von Asphaltstraßen, Zivilisation und Handynetzen – war die Reise auf jeden Fall wert. Tropen- und Tannenwald, ein Fluss schlängelt sich durchs Tal und weit und breit keine Menschenseele. Natur wie gemalt! Nur’ne Panne sollte man da nicht haben.

Haben dann auch erstmal die Aussicht genossen und sind dann zum Fluss hinabgestiefelt. Das Wasser kann man trinken und es ist klar, wie in der Karibik. Dann mal wieder ein Highlight a la Mathis. Erstmal sich wie ein König auf einem Stein in mitten des Flusses ablichten lassen und anschließend den 50cm Sprung ans Ufer versauen. Ende vom Lied war ein unfreiwilliges Fußbad und dass er den Rest der Fahrt mit Handtuch umme Füße und Decke über den Beinen (wie die Opis im Altersheim) aufm Beifahrersitz über seine mangelnden motorischen Fähigkeiten grübeln konnte.

2. Trip

Sonntag sind wir dann noch ein wenig früher aufgestanden und haben uns wieder in den Süden abgesetzt. Zweites Set vom Herrn der Ringe in Angriff nehmen. Das lag direkt am Strand. Wir haben dann ein Schild gefunden auf dem Stand – „The Beach is a Road“…alles klar! Also erstmal den Ford auf dem Strand verheizt. Haben uns bei einem unserer lustigen „Wir-wenden-jetzt-mal-um-180Grad-mit-der-Handbremse-Manöver auch prompt festgefahren. An der Stelle haben sich der Erfahrungen mit meiner Karre und das jahrelange „The incredible Hulk – Die Serie“ gucken wieder einmal ausgezahlt. Wir waren fix wieder draußen.

Anschließend kurz den anliegenden Wald begutachtet. Einfach unvorstellbar wie unterschiedlich die Vegetation ist und wie unvermittelt sie ineinander übergeht. Eben noch im Nadelwald – alles Tod und dunkel wie die Nacht – zwanzig Meter weiter das blühende grüne Leben und noch mal 20m weiter der Strand. Stark.

Mittagessen bei KFC. Für alle USA-Fahrer der Tipp – Nicht empfehlenswert! Und ich rede nicht nur vom einlagigen Toilettenpapier (keine Kultur die Amis!). Auch das Essen: Mathis hatte Fett mit Hühnchen und ich unfrittierte Nuggets mit Pommes, die den Anschein machten, schon vorher einmal durchgespeichelt worden zu sein. Das Beste war die Cola – und das war’ne Pepsi…

Anschließend wieder in die Berge. Wieder Schotterpiste, wieder kein Handynetz, aber das Ende hatte diesmal was Bayrisches. Überall Weiden und die charakteristischen grünen Hügel. Das nächste Highlight naht. Mathis möchte den höchsten Berg in der Nähe besteigen. Gut…wenn er will. Zack übern Zaun und das erste Hindernis: ein kleines Rinnsal verläuft über die Weide. Kein Problem für Mathis – heute mit seinen neuen Sportschuhen (die anderen waren ja noch nass vom Samstag). Vorsichtig wie er is, hat er dann erstmal kurz die Bodenbeschaffenheit getestet. Aber er muss wohl den falschen Schluss aus dem schmatzenden Geräusch gezogen haben, das der Boden von sich gab. Anstatt das Überqueren an einer anderen Stelle zu versuchen, musste der arme Mathis dann feststellen, dass der Boden durch schnelleres Laufen leider auch nicht trockener oder weniger matschig wird :-D Aber zumindest hatten Hosen und Schuhe jetzt eine übereinstimmende braune Farbgebung.

Habens trotzdem noch bis nach oben geschafft. Sauwindig und sehr schön. Nach dem Abstieg hatten wir leider kein Sauerstoffzelt da – Mathis hätte eins gebraucht. Alternativ sind wir dann in den nächsten Ort gefahren und haben was zu trinken besorgt.

Danach – klar wieder in die Berge:-) Die schönste Route, die wir bis dahin gefahren sind. 10km reine Wildnis. Absolut keine Menschenseele und die Schotterpiste führte bis beinahe ganz nach oben auf einen der Berge. Am Ende des Weges hatte man einen Wahnsinns Ausblick, hinter uns Berge und Täler, vor uns Berge und Täler und man konnte auch dahinter noch die Ebene und sogar bis zum Meer sehen. Zudem legten sich gerade die Strahlen der untergehenden Sonne auf die Kulisse, was das Ganze noch idyllischer erscheinen ließ. Sehr, sehr schön! Ein wirklich romantischer Platz, leider hatte ich nur den Mathis dabei…

Ansonsten waren die Kinder vom Wayne die letzte Woche hier. Damit alles ein wenig lebhafter. Quantar hat mehrmals für uns gekocht – hm thailändisch und wir haben heute unseren ersten Strafzettel bekommen – dafür, dass wir immer Falschparken nicht schlecht!

Einziger Kommentar von mir (Mathias): Waldi hat Wayne und die asiatische Lady gestern Morgen im Bett erwischt! Jetzt wissen wir auch, warum ne thailändische Studentin dauernd hier rumhängt und für uns kocht ;-)

Bald gibt’s mehr – Take care!

Sonntag, 15. Juli 2007