Kia Ora,
wir haben unsere erste Studienwoche mit anhaltendem Erfolg hinter uns gebracht. Anhaltender Erfolg, weil wir es durchgehend geschafft haben, nach 45 Minuten spätestens entlassen zu werden.
Unseren Neuen Medien Kurs werden wir wohl aus akademischen Gründen abwählen, die Alternative ist Small Business Management, das sind nur zwei Stunden in der Woche – ergo mehr Freizeit.
Abgesehen von unseren Stundenplanoptimierungen haben wir natürlich das Wochenende genutzt. Freitagabend die Campusbar – das Äquivalent zum B7 – angeguckt. Starke Band, miese Party. Nur 50 Leute; haben uns einen Drink gegönnt und sind dann in die Stadt und haben uns einer Maoribar volllaufen lassen. Erst nachdem wir schon bestellt hatten, ist uns aufgefallen, dass es keine Weißen (also außer uns jetzt) in der Bar gab – die entsprechende Bar wäre gegenüber gewesen…
Dann noch geguckt, ob irgendwo anders eine Bar einen Besuch wert wäre. Nichts gefunden lediglich von der Polizei angehalten worden. Der Officer hat sich konsequent geweigert mit mir zu sprechen, solange ich die Tür auf und das Fenster nicht runter gekurbelt hatte. Dann durfte ich einen Spruch in seine Plastiktube sprechen, er war ein wenig traurig, dass da „Pass“ stand, hat uns nen schönen Abend gewünscht und ist abgezogen. Gut dass er in die andere Richtung gefahren ist, eine Straße weiter (auf’ner 4-spurigen Kreuzung) bin ich dann nämlich erstmal europäisch abgebogen…gut dass keiner auf der Straße war!
1. Trip
Samstag haben wir dann unseren ersten Roadtrip 80km in den Süden gemacht, um einen der Drehorte von Herr der Ringe zu begutachten. Immer nach dem Motto - wir haben zwar keine Ahnung wo die Straße hinführt, wir fahren sie aber trotzdem bis zum Ende – haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Ab in die Berge. Schön über Schotterpisten ohne Absperrung – die wären nötig gewesen, denn neben uns gings so 50-100m steil (und ich meine steil) runter. Der Adrenalinspiegel immer schön hoch, weil ausweichen auf den Straßen kein Spaß geworden wäre und hinter jeder Kurve (die man alle nicht einsehen konnte) der nächste 10 Tonner hätte kommen können, aber es kam zum Glück niemand.
Aber wo der Weg uns hingeführt hat – fernab von Asphaltstraßen, Zivilisation und Handynetzen – war die Reise auf jeden Fall wert. Tropen- und Tannenwald, ein Fluss schlängelt sich durchs Tal und weit und breit keine Menschenseele. Natur wie gemalt! Nur’ne Panne sollte man da nicht haben.
Haben dann auch erstmal die Aussicht genossen und sind dann zum Fluss hinabgestiefelt. Das Wasser kann man trinken und es ist klar, wie in der Karibik. Dann mal wieder ein Highlight a la Mathis. Erstmal sich wie ein König auf einem Stein in mitten des Flusses ablichten lassen und anschließend den 50cm Sprung ans Ufer versauen. Ende vom Lied war ein unfreiwilliges Fußbad und dass er den Rest der Fahrt mit Handtuch umme Füße und Decke über den Beinen (wie die Opis im Altersheim) aufm Beifahrersitz über seine mangelnden motorischen Fähigkeiten grübeln konnte.
2. Trip
Sonntag sind wir dann noch ein wenig früher aufgestanden und haben uns wieder in den Süden abgesetzt. Zweites Set vom Herrn der Ringe in Angriff nehmen. Das lag direkt am Strand. Wir haben dann ein Schild gefunden auf dem Stand – „The Beach is a Road“…alles klar! Also erstmal den Ford auf dem Strand verheizt. Haben uns bei einem unserer lustigen „Wir-wenden-jetzt-mal-um-180Grad-mit-der-Handbremse-Manöver auch prompt festgefahren. An der Stelle haben sich der Erfahrungen mit meiner Karre und das jahrelange „The incredible Hulk – Die Serie“ gucken wieder einmal ausgezahlt. Wir waren fix wieder draußen.
Anschließend kurz den anliegenden Wald begutachtet. Einfach unvorstellbar wie unterschiedlich die Vegetation ist und wie unvermittelt sie ineinander übergeht. Eben noch im Nadelwald – alles Tod und dunkel wie die Nacht – zwanzig Meter weiter das blühende grüne Leben und noch mal 20m weiter der Strand. Stark.
Mittagessen bei KFC. Für alle USA-Fahrer der Tipp – Nicht empfehlenswert! Und ich rede nicht nur vom einlagigen Toilettenpapier (keine Kultur die Amis!). Auch das Essen: Mathis hatte Fett mit Hühnchen und ich unfrittierte Nuggets mit Pommes, die den Anschein machten, schon vorher einmal durchgespeichelt worden zu sein. Das Beste war die Cola – und das war’ne Pepsi…
Anschließend wieder in die Berge. Wieder Schotterpiste, wieder kein Handynetz, aber das Ende hatte diesmal was Bayrisches. Überall Weiden und die charakteristischen grünen Hügel. Das nächste Highlight naht. Mathis möchte den höchsten Berg in der Nähe besteigen. Gut…wenn er will. Zack übern Zaun und das erste Hindernis: ein kleines Rinnsal verläuft über die Weide. Kein Problem für Mathis – heute mit seinen neuen Sportschuhen (die anderen waren ja noch nass vom Samstag). Vorsichtig wie er is, hat er dann erstmal kurz die Bodenbeschaffenheit getestet. Aber er muss wohl den falschen Schluss aus dem schmatzenden Geräusch gezogen haben, das der Boden von sich gab. Anstatt das Überqueren an einer anderen Stelle zu versuchen, musste der arme Mathis dann feststellen, dass der Boden durch schnelleres Laufen leider auch nicht trockener oder weniger matschig wird :-D Aber zumindest hatten Hosen und Schuhe jetzt eine übereinstimmende braune Farbgebung.
Habens trotzdem noch bis nach oben geschafft. Sauwindig und sehr schön. Nach dem Abstieg hatten wir leider kein Sauerstoffzelt da – Mathis hätte eins gebraucht. Alternativ sind wir dann in den nächsten Ort gefahren und haben was zu trinken besorgt.
Danach – klar wieder in die Berge:-) Die schönste Route, die wir bis dahin gefahren sind. 10km reine Wildnis. Absolut keine Menschenseele und die Schotterpiste führte bis beinahe ganz nach oben auf einen der Berge. Am Ende des Weges hatte man einen Wahnsinns Ausblick, hinter uns Berge und Täler, vor uns Berge und Täler und man konnte auch dahinter noch die Ebene und sogar bis zum Meer sehen. Zudem legten sich gerade die Strahlen der untergehenden Sonne auf die Kulisse, was das Ganze noch idyllischer erscheinen ließ. Sehr, sehr schön! Ein wirklich romantischer Platz, leider hatte ich nur den Mathis dabei…
Ansonsten waren die Kinder vom Wayne die letzte Woche hier. Damit alles ein wenig lebhafter. Quantar hat mehrmals für uns gekocht – hm thailändisch und wir haben heute unseren ersten Strafzettel bekommen – dafür, dass wir immer Falschparken nicht schlecht!
Einziger Kommentar von mir (Mathias): Waldi hat Wayne und die asiatische Lady gestern Morgen im Bett erwischt! Jetzt wissen wir auch, warum ne thailändische Studentin dauernd hier rumhängt und für uns kocht ;-)
Bald gibt’s mehr – Take care!
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