Sonntag, 15. Juli 2007

Multikulti in Palmerston

Ein fröhliches „Kia Ora“,

das wir uns auch weiterhin nur unregelmäßig melden, ist dem Umstand geschuldet, dass es in unserer Waynes World nach wie vor kein I-Net gibt, aber wir arbeiten dran, versprochen.

1. Allgemein

Wir haben uns einigermaßen an das Wetter (nasskalt, in den letzten zwei Tagen überraschenderweise sonnig) gewöhnt. Inzwischen benötigt man nicht mehr ganz so viel Überwindung um aus dem Bett zu kommen und in der Dusche darauf zu warten, dass das warme Wasser kommt.

Auch das Linksfahren haben wir perfektioniert. Zum Teil, weil wirs drauf haben, zum Teil, weil wir uns unsere eigenen Regeln machen oder einfach fahren, wenn jemand hupt. Funktioniert ganz gut.

Dementsprechend ist auch nicht Alkohol unsere Hauptdroge, sondern Adrenalin. Insbesondere wenn Mathis mal wieder dran arbeitet, nur auf zwei Rädern durch die Kurve zu heizen. Aber bis jetzt kein Crash und das bleibt denke ich auch so, ist dann doch nicht so schwer, wie man sich das vorstellt.

Die Stadt haben wir ausgiebig erkundet. Nettes Städtchen, alles nah beieinander. Verlaufen kann man sich auch nicht, weil alles quadratisch ist.

Haben jetzt schon jede Menge Geld rausgehauen. Vor allem wegen des Wagens. Anmelden, Registrieren usw. hat gut Geld geschluckt. Tanken ist dafür aber schön günstig.

2. Die Orientation Week

Tja, Orientation Week impliziert ja einiges, aber eigentlich sind es nur zwei Tage gewesen. Donnerstag und Freitag. Sehr viele Leute aus sehr vielen Nationen kennen gelernt. Taka aus Japan, Alex aus Frankreich, Alejandro aus Bolivien, jede Menge Amis und auch ein paar Deutsche. Amis und Deutsche sind hier am besten vertreten.

Die Welt ist übrigens klein. Einer der Deutschen zu mir:

„Wo kommst Du denn her?“

„Bremen.“

„Hey, da studier ich!“

„Wo kommst Du her?“

„Iserlohn…“

„Hey, da studier ich! Kennste Darko?“

„Hmm, is das nicht so ein komischer Jugoslawe??“ :-D …

Der Donnerstag fing gleich gut an. Kaum im Raum versammelt, hat man uns erstmal mitgeteilt, dass das der kälteste Winter seit 60 Jahren wäre. Danke für die Info… anschließend wurden Namen aufgerufen und die Leute mussten dann aufstehen (ich u.a.) und anschließend hat der Rest für uns „Happy Birthday“ gesungen :-) Nette Geste, nur bei dem Teil mit „Dear X“ kamen alle ein wenig ins Schleudern.

Dann gabs ein paar Ankündigungen, Pause und dann wurden Lutscher ausgeteilt. Mathis hatte einen grünen ich einen roten. Dann hab ich mich von Mathis breit schlagen lassen zu tauschen, von wegen Vereinsfarben und so. Keine Sekunde später mussten alle mit einem grünen Lutscher aufstehen und ihre Lebensgeschichte erzählen – danke Mathis.

Dann waren wir noch auf einer Kuh- und einer Schaffarm. Warum? Hmm. Weiß ich selbst nicht mehr, vermutlich weil Massey ursprünglich für Landwirtschaft stand und diese Farmen halt immer noch betreibt. Mathis hats super gefallen – „Tiere sind so was von witzig!“ (is halt’n Stadtkind ;-))

Am Donnerstagabend haben wir dann noch eine Stadtrundfahrt im Bus gemacht und anschließend gut im Conference Center gegessen. Als wir am CC ankamen waren alle nach dem langen Tag saumäßig hungrig. Die Organisatoren haben dann auch erstmal das Essen auffahren lassen, aber gemeinerweise durften wir nur gucken und nicht loslegen, weil erst noch zwei Acts auftraten: 1. Eine Gitarrengruppe von den Philippinen 2. Eine balinesische Tänzerin. Highlight an dieser Stelle. Die Tänzerin suchte sich drei Freiwillige aus, die dann auf die Bühne mussten und mit ihr abdancen durften. Tja, Mathis war einer davon und durfte dann erstmal mit performen :-) Rot wie’ne Tomate, aber er hat seine Sache besser gemacht, als die beiden anderen.

Mein persönliches Highlight war eine von den Amis, die dachte ich versuche mit ihr zu flirten, dabei hab ich sie nur die ganze Zeit angeschaut, weil hinter ihr das Essen stand… so kommt’s zu Missverständnissen.

Der zweite Tag ist schnell erzählt. Die restlichen Organisationen der Uni haben sich vorgestellt und das sind verdammt viele. Man hat für jedes Wehwechen drei Ansprechpartner. Nur als Beispiel, die haben hier drei Ärzte nur für den Campus und dazu noch fünf Leute, die psychologische Betreuung leisten, falls man zu sehr Heimweh hat oder was Ähnliches.

3. Thai-Party

Freitagabend hatten wir zwei Optionen. Ursprünglich wollten wir mit anderen Studenten in nen Pub, allerdings haben sich dann zur selben Zeit ein paar Thailänder bei Wayne eingeladen, um zusammen zu kochen. Alles Freunde von Quanda, eine Thailänderin die häufiger mal hier ist (irgendwie jeden Tag) und auch an der Massy studiert, aber deren genaue Beziehung zu Wayne wir noch nicht rausgearbeitet haben.

Auf jeden Fall haben die Jungs dann gesmst, dass sie ins Kino wollten. Wir hatten kein Bock auf Kino und haben dann mit den Thailändern gefeiert. Dabei haben wir drei Sachen gelernt:

1. Thailänder sind klein, aber sehr freundlich

2. Thailänder lachen nicht, sie kichern

3. Thailänder laufen nicht, sie trippeln

Es waren sieben Stück und die waren wirklich cool. Schwer zu verstehen… aber cool. Erst haben sie davon abgesehen, das Essen allzu scharf zu würzen, damit auch die Germans das essen können und es war wirklich lecker. Mathis hat sich sogar die Muscheln gegeben. Dann haben wir festgestellt, dass der eine ein dicker Fan von der Bundesliga (besonders Leverkusen) ist. Mathis wäre fast in Freudentränen ausgebrochen, als der Fortuna Düsseldorf kannte und hat dann erstmal eine Fotosession mit dem Thailänder, sich selbst und einer Flagge organisiert. Das Ergebnis siehe weiter unten.

Er hat uns dann auch noch viele Sachen über Thailand erzählt, war wirklich interessant. Jetzt wissen wir z.B. dass man in Thailand keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit austauscht (schlagen darf man sich aber…) und dass noch vor 60 Jahren die Frau als Eigentum des Mannes angesehen wurde – Tradition hat doch was :-)

Der Abend war auf jeden Fall super. Gutes Essen, nette Gesellschaft und viel Spass trotz Verständnisproblemen.

4. All Blacks

Den Tag gestern haben wir ganz dem neuseeländischen Nationalsport – Rugby – gewidmet. Erst haben wir uns ein Spiel vom Ortsteam im Stadion angeguckt und abends die All Blacks – das ist die Nationalmannschaft NZs – inner Sportbar mit zwei Amis genossen. Die Amis waren äußerst großzügig. Gleich erstmal zwei Pitcher Bier ausgegeben und da ich ausfiel musste der arme Mathis ein wenig mehr trinken. Hat es aber getragen wie ein Mann. In der Folge hat Brian dann erstmal im Billard verloren und David Mathis versucht zu erklären, warum er sich aus religiösen Gründen nicht betrinken will.

War auf jeden Fall ein netter Abend, an dessen Ende wir uns eingestehen mussten, dass wir die Rugby-Regeln noch immer nicht verstehen, aber den Abend immerhin mit den brauchbarsten Amis verbracht haben, die wir bis dato kennen gelernt haben. Vllt. gehen wir die Tage auch mal Skifahren, wenn das Geld reicht und Mathis es schafft sein Trauma zu überwinden (Wenn die Amis wieder einen ausgeben, wird das schon :-))

Soviel für den Moment. Morgen geht’s mit dem Studieren los. Mal sehen, wie wir das so auf die Reihe bekommen. Zu einigen Medienfächern wollten sie uns erst nicht zulassen, aber wenn wir es medientechnisch nicht drauf haben, wer dann??? Wir werdens Euch wissen lassen.

Gruß an Euch alle – die Kiwis

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