Montag, 23. Juli 2007

Und die Bilder zum Text ;-)











Where Civilisation ends

Kia Ora,

wir haben unsere erste Studienwoche mit anhaltendem Erfolg hinter uns gebracht. Anhaltender Erfolg, weil wir es durchgehend geschafft haben, nach 45 Minuten spätestens entlassen zu werden.

Unseren Neuen Medien Kurs werden wir wohl aus akademischen Gründen abwählen, die Alternative ist Small Business Management, das sind nur zwei Stunden in der Woche – ergo mehr Freizeit.

Abgesehen von unseren Stundenplanoptimierungen haben wir natürlich das Wochenende genutzt. Freitagabend die Campusbar – das Äquivalent zum B7 – angeguckt. Starke Band, miese Party. Nur 50 Leute; haben uns einen Drink gegönnt und sind dann in die Stadt und haben uns einer Maoribar volllaufen lassen. Erst nachdem wir schon bestellt hatten, ist uns aufgefallen, dass es keine Weißen (also außer uns jetzt) in der Bar gab – die entsprechende Bar wäre gegenüber gewesen…

Dann noch geguckt, ob irgendwo anders eine Bar einen Besuch wert wäre. Nichts gefunden lediglich von der Polizei angehalten worden. Der Officer hat sich konsequent geweigert mit mir zu sprechen, solange ich die Tür auf und das Fenster nicht runter gekurbelt hatte. Dann durfte ich einen Spruch in seine Plastiktube sprechen, er war ein wenig traurig, dass da „Pass“ stand, hat uns nen schönen Abend gewünscht und ist abgezogen. Gut dass er in die andere Richtung gefahren ist, eine Straße weiter (auf’ner 4-spurigen Kreuzung) bin ich dann nämlich erstmal europäisch abgebogen…gut dass keiner auf der Straße war!

1. Trip

Samstag haben wir dann unseren ersten Roadtrip 80km in den Süden gemacht, um einen der Drehorte von Herr der Ringe zu begutachten. Immer nach dem Motto - wir haben zwar keine Ahnung wo die Straße hinführt, wir fahren sie aber trotzdem bis zum Ende – haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Ab in die Berge. Schön über Schotterpisten ohne Absperrung – die wären nötig gewesen, denn neben uns gings so 50-100m steil (und ich meine steil) runter. Der Adrenalinspiegel immer schön hoch, weil ausweichen auf den Straßen kein Spaß geworden wäre und hinter jeder Kurve (die man alle nicht einsehen konnte) der nächste 10 Tonner hätte kommen können, aber es kam zum Glück niemand.

Aber wo der Weg uns hingeführt hat – fernab von Asphaltstraßen, Zivilisation und Handynetzen – war die Reise auf jeden Fall wert. Tropen- und Tannenwald, ein Fluss schlängelt sich durchs Tal und weit und breit keine Menschenseele. Natur wie gemalt! Nur’ne Panne sollte man da nicht haben.

Haben dann auch erstmal die Aussicht genossen und sind dann zum Fluss hinabgestiefelt. Das Wasser kann man trinken und es ist klar, wie in der Karibik. Dann mal wieder ein Highlight a la Mathis. Erstmal sich wie ein König auf einem Stein in mitten des Flusses ablichten lassen und anschließend den 50cm Sprung ans Ufer versauen. Ende vom Lied war ein unfreiwilliges Fußbad und dass er den Rest der Fahrt mit Handtuch umme Füße und Decke über den Beinen (wie die Opis im Altersheim) aufm Beifahrersitz über seine mangelnden motorischen Fähigkeiten grübeln konnte.

2. Trip

Sonntag sind wir dann noch ein wenig früher aufgestanden und haben uns wieder in den Süden abgesetzt. Zweites Set vom Herrn der Ringe in Angriff nehmen. Das lag direkt am Strand. Wir haben dann ein Schild gefunden auf dem Stand – „The Beach is a Road“…alles klar! Also erstmal den Ford auf dem Strand verheizt. Haben uns bei einem unserer lustigen „Wir-wenden-jetzt-mal-um-180Grad-mit-der-Handbremse-Manöver auch prompt festgefahren. An der Stelle haben sich der Erfahrungen mit meiner Karre und das jahrelange „The incredible Hulk – Die Serie“ gucken wieder einmal ausgezahlt. Wir waren fix wieder draußen.

Anschließend kurz den anliegenden Wald begutachtet. Einfach unvorstellbar wie unterschiedlich die Vegetation ist und wie unvermittelt sie ineinander übergeht. Eben noch im Nadelwald – alles Tod und dunkel wie die Nacht – zwanzig Meter weiter das blühende grüne Leben und noch mal 20m weiter der Strand. Stark.

Mittagessen bei KFC. Für alle USA-Fahrer der Tipp – Nicht empfehlenswert! Und ich rede nicht nur vom einlagigen Toilettenpapier (keine Kultur die Amis!). Auch das Essen: Mathis hatte Fett mit Hühnchen und ich unfrittierte Nuggets mit Pommes, die den Anschein machten, schon vorher einmal durchgespeichelt worden zu sein. Das Beste war die Cola – und das war’ne Pepsi…

Anschließend wieder in die Berge. Wieder Schotterpiste, wieder kein Handynetz, aber das Ende hatte diesmal was Bayrisches. Überall Weiden und die charakteristischen grünen Hügel. Das nächste Highlight naht. Mathis möchte den höchsten Berg in der Nähe besteigen. Gut…wenn er will. Zack übern Zaun und das erste Hindernis: ein kleines Rinnsal verläuft über die Weide. Kein Problem für Mathis – heute mit seinen neuen Sportschuhen (die anderen waren ja noch nass vom Samstag). Vorsichtig wie er is, hat er dann erstmal kurz die Bodenbeschaffenheit getestet. Aber er muss wohl den falschen Schluss aus dem schmatzenden Geräusch gezogen haben, das der Boden von sich gab. Anstatt das Überqueren an einer anderen Stelle zu versuchen, musste der arme Mathis dann feststellen, dass der Boden durch schnelleres Laufen leider auch nicht trockener oder weniger matschig wird :-D Aber zumindest hatten Hosen und Schuhe jetzt eine übereinstimmende braune Farbgebung.

Habens trotzdem noch bis nach oben geschafft. Sauwindig und sehr schön. Nach dem Abstieg hatten wir leider kein Sauerstoffzelt da – Mathis hätte eins gebraucht. Alternativ sind wir dann in den nächsten Ort gefahren und haben was zu trinken besorgt.

Danach – klar wieder in die Berge:-) Die schönste Route, die wir bis dahin gefahren sind. 10km reine Wildnis. Absolut keine Menschenseele und die Schotterpiste führte bis beinahe ganz nach oben auf einen der Berge. Am Ende des Weges hatte man einen Wahnsinns Ausblick, hinter uns Berge und Täler, vor uns Berge und Täler und man konnte auch dahinter noch die Ebene und sogar bis zum Meer sehen. Zudem legten sich gerade die Strahlen der untergehenden Sonne auf die Kulisse, was das Ganze noch idyllischer erscheinen ließ. Sehr, sehr schön! Ein wirklich romantischer Platz, leider hatte ich nur den Mathis dabei…

Ansonsten waren die Kinder vom Wayne die letzte Woche hier. Damit alles ein wenig lebhafter. Quantar hat mehrmals für uns gekocht – hm thailändisch und wir haben heute unseren ersten Strafzettel bekommen – dafür, dass wir immer Falschparken nicht schlecht!

Einziger Kommentar von mir (Mathias): Waldi hat Wayne und die asiatische Lady gestern Morgen im Bett erwischt! Jetzt wissen wir auch, warum ne thailändische Studentin dauernd hier rumhängt und für uns kocht ;-)

Bald gibt’s mehr – Take care!

Sonntag, 15. Juli 2007

Neue Fotos












Multikulti in Palmerston

Ein fröhliches „Kia Ora“,

das wir uns auch weiterhin nur unregelmäßig melden, ist dem Umstand geschuldet, dass es in unserer Waynes World nach wie vor kein I-Net gibt, aber wir arbeiten dran, versprochen.

1. Allgemein

Wir haben uns einigermaßen an das Wetter (nasskalt, in den letzten zwei Tagen überraschenderweise sonnig) gewöhnt. Inzwischen benötigt man nicht mehr ganz so viel Überwindung um aus dem Bett zu kommen und in der Dusche darauf zu warten, dass das warme Wasser kommt.

Auch das Linksfahren haben wir perfektioniert. Zum Teil, weil wirs drauf haben, zum Teil, weil wir uns unsere eigenen Regeln machen oder einfach fahren, wenn jemand hupt. Funktioniert ganz gut.

Dementsprechend ist auch nicht Alkohol unsere Hauptdroge, sondern Adrenalin. Insbesondere wenn Mathis mal wieder dran arbeitet, nur auf zwei Rädern durch die Kurve zu heizen. Aber bis jetzt kein Crash und das bleibt denke ich auch so, ist dann doch nicht so schwer, wie man sich das vorstellt.

Die Stadt haben wir ausgiebig erkundet. Nettes Städtchen, alles nah beieinander. Verlaufen kann man sich auch nicht, weil alles quadratisch ist.

Haben jetzt schon jede Menge Geld rausgehauen. Vor allem wegen des Wagens. Anmelden, Registrieren usw. hat gut Geld geschluckt. Tanken ist dafür aber schön günstig.

2. Die Orientation Week

Tja, Orientation Week impliziert ja einiges, aber eigentlich sind es nur zwei Tage gewesen. Donnerstag und Freitag. Sehr viele Leute aus sehr vielen Nationen kennen gelernt. Taka aus Japan, Alex aus Frankreich, Alejandro aus Bolivien, jede Menge Amis und auch ein paar Deutsche. Amis und Deutsche sind hier am besten vertreten.

Die Welt ist übrigens klein. Einer der Deutschen zu mir:

„Wo kommst Du denn her?“

„Bremen.“

„Hey, da studier ich!“

„Wo kommst Du her?“

„Iserlohn…“

„Hey, da studier ich! Kennste Darko?“

„Hmm, is das nicht so ein komischer Jugoslawe??“ :-D …

Der Donnerstag fing gleich gut an. Kaum im Raum versammelt, hat man uns erstmal mitgeteilt, dass das der kälteste Winter seit 60 Jahren wäre. Danke für die Info… anschließend wurden Namen aufgerufen und die Leute mussten dann aufstehen (ich u.a.) und anschließend hat der Rest für uns „Happy Birthday“ gesungen :-) Nette Geste, nur bei dem Teil mit „Dear X“ kamen alle ein wenig ins Schleudern.

Dann gabs ein paar Ankündigungen, Pause und dann wurden Lutscher ausgeteilt. Mathis hatte einen grünen ich einen roten. Dann hab ich mich von Mathis breit schlagen lassen zu tauschen, von wegen Vereinsfarben und so. Keine Sekunde später mussten alle mit einem grünen Lutscher aufstehen und ihre Lebensgeschichte erzählen – danke Mathis.

Dann waren wir noch auf einer Kuh- und einer Schaffarm. Warum? Hmm. Weiß ich selbst nicht mehr, vermutlich weil Massey ursprünglich für Landwirtschaft stand und diese Farmen halt immer noch betreibt. Mathis hats super gefallen – „Tiere sind so was von witzig!“ (is halt’n Stadtkind ;-))

Am Donnerstagabend haben wir dann noch eine Stadtrundfahrt im Bus gemacht und anschließend gut im Conference Center gegessen. Als wir am CC ankamen waren alle nach dem langen Tag saumäßig hungrig. Die Organisatoren haben dann auch erstmal das Essen auffahren lassen, aber gemeinerweise durften wir nur gucken und nicht loslegen, weil erst noch zwei Acts auftraten: 1. Eine Gitarrengruppe von den Philippinen 2. Eine balinesische Tänzerin. Highlight an dieser Stelle. Die Tänzerin suchte sich drei Freiwillige aus, die dann auf die Bühne mussten und mit ihr abdancen durften. Tja, Mathis war einer davon und durfte dann erstmal mit performen :-) Rot wie’ne Tomate, aber er hat seine Sache besser gemacht, als die beiden anderen.

Mein persönliches Highlight war eine von den Amis, die dachte ich versuche mit ihr zu flirten, dabei hab ich sie nur die ganze Zeit angeschaut, weil hinter ihr das Essen stand… so kommt’s zu Missverständnissen.

Der zweite Tag ist schnell erzählt. Die restlichen Organisationen der Uni haben sich vorgestellt und das sind verdammt viele. Man hat für jedes Wehwechen drei Ansprechpartner. Nur als Beispiel, die haben hier drei Ärzte nur für den Campus und dazu noch fünf Leute, die psychologische Betreuung leisten, falls man zu sehr Heimweh hat oder was Ähnliches.

3. Thai-Party

Freitagabend hatten wir zwei Optionen. Ursprünglich wollten wir mit anderen Studenten in nen Pub, allerdings haben sich dann zur selben Zeit ein paar Thailänder bei Wayne eingeladen, um zusammen zu kochen. Alles Freunde von Quanda, eine Thailänderin die häufiger mal hier ist (irgendwie jeden Tag) und auch an der Massy studiert, aber deren genaue Beziehung zu Wayne wir noch nicht rausgearbeitet haben.

Auf jeden Fall haben die Jungs dann gesmst, dass sie ins Kino wollten. Wir hatten kein Bock auf Kino und haben dann mit den Thailändern gefeiert. Dabei haben wir drei Sachen gelernt:

1. Thailänder sind klein, aber sehr freundlich

2. Thailänder lachen nicht, sie kichern

3. Thailänder laufen nicht, sie trippeln

Es waren sieben Stück und die waren wirklich cool. Schwer zu verstehen… aber cool. Erst haben sie davon abgesehen, das Essen allzu scharf zu würzen, damit auch die Germans das essen können und es war wirklich lecker. Mathis hat sich sogar die Muscheln gegeben. Dann haben wir festgestellt, dass der eine ein dicker Fan von der Bundesliga (besonders Leverkusen) ist. Mathis wäre fast in Freudentränen ausgebrochen, als der Fortuna Düsseldorf kannte und hat dann erstmal eine Fotosession mit dem Thailänder, sich selbst und einer Flagge organisiert. Das Ergebnis siehe weiter unten.

Er hat uns dann auch noch viele Sachen über Thailand erzählt, war wirklich interessant. Jetzt wissen wir z.B. dass man in Thailand keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit austauscht (schlagen darf man sich aber…) und dass noch vor 60 Jahren die Frau als Eigentum des Mannes angesehen wurde – Tradition hat doch was :-)

Der Abend war auf jeden Fall super. Gutes Essen, nette Gesellschaft und viel Spass trotz Verständnisproblemen.

4. All Blacks

Den Tag gestern haben wir ganz dem neuseeländischen Nationalsport – Rugby – gewidmet. Erst haben wir uns ein Spiel vom Ortsteam im Stadion angeguckt und abends die All Blacks – das ist die Nationalmannschaft NZs – inner Sportbar mit zwei Amis genossen. Die Amis waren äußerst großzügig. Gleich erstmal zwei Pitcher Bier ausgegeben und da ich ausfiel musste der arme Mathis ein wenig mehr trinken. Hat es aber getragen wie ein Mann. In der Folge hat Brian dann erstmal im Billard verloren und David Mathis versucht zu erklären, warum er sich aus religiösen Gründen nicht betrinken will.

War auf jeden Fall ein netter Abend, an dessen Ende wir uns eingestehen mussten, dass wir die Rugby-Regeln noch immer nicht verstehen, aber den Abend immerhin mit den brauchbarsten Amis verbracht haben, die wir bis dato kennen gelernt haben. Vllt. gehen wir die Tage auch mal Skifahren, wenn das Geld reicht und Mathis es schafft sein Trauma zu überwinden (Wenn die Amis wieder einen ausgeben, wird das schon :-))

Soviel für den Moment. Morgen geht’s mit dem Studieren los. Mal sehen, wie wir das so auf die Reihe bekommen. Zu einigen Medienfächern wollten sie uns erst nicht zulassen, aber wenn wir es medientechnisch nicht drauf haben, wer dann??? Wir werdens Euch wissen lassen.

Gruß an Euch alle – die Kiwis

Dienstag, 10. Juli 2007

Hier noch ein paar Bilder von unserem bisherigen Trip...













Montag, 9. Juli 2007

Wir waren ein wenig von der Außenwelt abgeschnitten, daher erst jetzt unser Reisebericht, aber besser spät als nie.

1. Teil – Von HH über Dubai über Melbourne nach Auckland

Die Flüge waren in Ordnung. Emirates + Teile der Flugbegleitung sind nur zu empfehlen. Haben ein super Entertainment System an Board, da kann man jede Menge Filme a la Casino Royal angucken, wenn man nicht schlafen kann. Ich konnte nicht schlafen, die Sitze sind einfach nicht für Menschen über 1,80 gemacht.

Sauber in Dubai gelandet. Erster Eindruck, ein riesiger Viehmarkt nur ohne Vieh. Alles voller Araber und alle zwei Sekunden eine Durchsage. Es folgt der erste Höhepunkt der Reise – Mathis verliert seine Rückflugtickets, während er noch mal den Weg absucht, labert mich eine Inderin voll, leider verstehe ich kein Wort. Hatte das Gefühl die versuchte eines ihrer acht Kinder an mich zu verschachern – hab mich aber blöd gestellt, dann hat sies irgendwann aufgegeben. Als ich später noch auf der Toilette war, hab ich zwei Sachen festgestellt – 1. Araber interessiert es nicht, wenn Du die Tür hinter Dir abschließt, die kommen trotzdem rein (gehen aber auch wieder, wenn man sich mit Händen und bösen Blicken zu verständigen weiß) 2. Asiaten sind ganz schön widerlich – entweder haben die alle Probleme mit den Nebenhöhlen oder Hochziehen und Ausspucken ist bei denen eine Kunstform.

Abgesehen davon war noch zum einen erwähnenswert, dass ich mit 20cm Abstand der Größte Mensch auf dem ganzen vollbesetzten Flughafen war. Zum anderen mussten wir leider davon absehen, Änis Sightseeing-Tipps nachzugehen, weil es auch noch um 02:00 Uhr nachts gefühlte 50 Grad sind. Wir waren mit langen Hosen, geschlossenen Schuhen und jeweils zwei Taschen sowohl overdressed als auch overpacked und haben, nachdem wir nach drei Schritten bereits vollständig durchgeschwitzt waren, von weiteren Versuchen Dubai zu erkunden abgesehen.

Nach zwei weiteren Flügen und dreißig Kontrollen waren wir dann in Auckland angekommen.

2. Teil – Von Auckland nach Palmerston North

Die Neuseeländer sind ein lustiges Völkchen. Die strengsten Kontrollen gelten nicht Feuerwaffen oder Drogen, sondern Lebensmitteln, die der heimischen Flora gefährlich werden könnten. Also wurden mir bei der Einreise sofort meine Bananen und Äpfel abgenommen – is ja auch echt heißer Shit.

Haben dann Dominik getroffen, einen Bayern, der kurz vor der Heimreise steht. Der hat uns Auckland gezeigt und uns bei sich übernachten lassen. Das war auch bitter nötig, in unserem Zustand wäre der vorherrschende Plan – Auto abholen und 20 km nach südlich von Auckland im Linksverkehr fahren – vermutlich tödlich abgelaufen…

Sind dann am nächsten Tag gut ausgeruht losgefahren. Hatten tolles Wetter. Die Landschaft ist tierisch abwechslungsreich. Die Straßen übrigens auch – keine 20km ohne Kurve. Zuerst durch eine grüne hügelige Landschaft gefahren, in der man wahlweise Hobbits oder Teletubbies erwartet, viele kleine Städtchen durchfahren, die einen an die USA oder Kanada erinnern und meistens eine Holzschnitzerei als Wahrzeichen haben, viele tropische Pflanzen und Palmen gesehen, wie auf Hawai, wunderschöne Seen mit kleinen Inseln und Bergen im Hintergrund, keine 50km weiter Steppe und Tundra und Berge die bis in die Wolken reichten. 2. Highlight der Reise – wir passieren ein 5x5 Schild „EXTREME CAUTION“ – Ich zu Mathis „Jetzt mal vorsichtig!“, Mathis „Warum?“. …verrückt…

Erst am Ende hat uns der Regen einfangen, aber wir sind gut durchgekommen und haben auch sicher zu Wayne gefunden.

3. Teil – Von Wayne und Palmerston North

Ein wenig erschöpft, aber heile angekommen. Wayne und seine beiden jüngeren Kinder Kiah (8) und Callum (14) kennengelernt. Erster Eindruck: hier steht aber verdammt viel Zeug rum und warum ist denn hier alles auf 5 Grad runtergekühlt?

Das ganze Haus steht voller Zeug, wie kurz nach einem Umzug und normale Heizungen gibt es nicht – nur Heizlüfter. Naja, egal. Wo sind denn unsere Betten? Ach, noch nicht fertig…naja, dann schauen wir halt mit den Kindern fern. Mathis pennt bei der Gelegenheit ein – ich kann mich nur wach halten, weil Hitch im TV läuft und dort Eva Mendez mitspielt. Anschließend essen wir innerhalb von einer halben Stunde zweimal zu Abend dann verziehen wir und in unsere Zimmer. Immerhin müssen wir uns nicht in den Schlaf zittern, es gibt beheizte Bettlacken.

Auch die Tage darauf ändert sich da Bild nicht wirklich. Der Wayne ist ein netter, aber ziemlich verpeilter Kerl, die Wohnung ist nur unzureichend beheizt und es gibt kein Internet. Die Uni haben wir gestern das erste Mal besucht. Alle sehr nett und hilfsbereit, haben auch gleich den ersten Deutschen getroffen (studiert hier schon 6! Jahre…). Wir müssen noch die restlichen Kurse wählen und Donnerstag / Freitag sind schon die Orientation-Days für Foreign Students, da werden wir wohl noch ein paar andere treffen.

4. Teil – Das Fazit

Wir sind noch ein wenig argwöhnisch, ob der Wayne das Internet organisieren kann, wie er’s versprochen hat und ob wir wirklich die gesamten 5 Monate bei 5 Grad und Feuchtigkeit verbringen wollen. Wir hätten schon ein paar Verbesserungsvorschläge, z.B. bezüglich der Einfachverglasung der Fenster oder des zweilagigen Klopapiers oder der auf Kniehöhe angebrachten Spiegel und Armaturen (mehr mein Problem, als das von Mathis)… Stadt und Uni gehen aber soweit in Ordnung und der Kiwi-Akzent überfordert uns nur gelegentlich.

Wir schließen mit ein paar persönlichen Anmerkungen:

@Julian: Hier fahren – besonders im Norden – viele gepimte Karren und kultige Oldtimer durch die Gegend, würde Dir bestimmt gefallen.

@ Äni: Die vorherrschende Marke ist Billabong – und hier wimmelts es von Golfplätzen

@ Frances: Wir sind weiter im Osten, als Du es jemals warst :-)

@ Mara: Vorsicht! Trockensalamis werden vom Zoll sofort einkassiert…

@ Torben: In Dubai hättest Du Gardemaß!

@ Marc: Haben heute einen Lappen getroffen – der war hackenstramm und meinte er wäre Lucifer…

@ Euch alle – lasst es Euch in der Heimat weiterhin gut gehen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.