We’re back,
draußen gehen grade sintflutartige Regenfälle runter. Das perfekte Wetter, um Worte von Ewigkeitswert auf „Papier“ zu bannen.
1. Thaitour to Modor
Mittwoch vor einer Woche war Wayne so nett eine Tour nach Mount Ruapehu anzusetzen. D.h. vor allem erstmal an unserem freien Tag um 6 Uhr aufstehen und dann um 9 Uhr mit unseren thailändischen Freunden losfahren. Ruapehu ist das Skigebiet hier und da Wayne ein kleiner Messi ist, hatte er zufällig 20 Paar Ski + Schuhe und 5 Snowboards + 20 Paar Schuhe da. Damit waren wir dann alle gut ausgerüstet.
Lustige 3 Stunden Hinfahrt. An ein paar schönen Wegpunkten angehalten, z.B. am Rangitikei – das ist ein Fluss, der der Drehort für den großen Fluss bei Herr der Ringe war. Die Thais sind ein faszinierendes Völkchen und waren die ganze Hinfahrt gut drauf, was Mathias und mir das Schlafen ein wenig erschwert hat.
Als wir angekommen sind mussten wir feststellen, dass der Ruapehu nicht umsonst der Drehort für Modor war. Das Wetter war übel. Starker Wind, Eisregen und alles Wolken verhangen. Haben kurz gegessen und uns dann trotzdem raus getraut. Nach einer Stunde Snowboarden (Mathis), Skifahren (ich), waren wir komplett durchnässt und haben uns im anliegenden Restaurant den Rest der Zeit mit den Thais vertrieben, während Wayne die Jugend mit 180 Grad Sprüngen aufm Idiotenhügel unterhalten hat. Er war dann auch dementsprechend komplett durchnässt, aber da er ein Kiwi ist, macht ihm das nichts aus. Der Großteil der einheimischen Bevölkerung läuft hier ja auch bei 5 Grad in kurzen Hosen und mit FlipFlops durch die Gegend.
Heimfahrt waren dann alle müde, daher war das Einnicken dann nicht mehr ganz so schwer.
2. Pool-Heros
Am Freitag haben wir uns dann mit unseren Lieblingsamis – David und Brian aus Colorado im Icons die Kante gegeben. Cooler Laden, mittige Theke, viele Bildschirme und drei Billardtische. Da lernt man auch im Nu Leute kennen. Hatte grad bestellt, da hatte mich schon ein fröhlicher Mitdreiziger angelallt, ich hätte einen so herzigen Akzent und wo ich denn herkomme. Lustige Leute.
Nach einer Stunde hat Brian dann beschlossen, mal die zwei Maoridamen vom Pooltisch zu vertreiben, um ein kleines Privatduell zu spielen. O-Ton: „I gotta feeling, I can beat you tonight!“ – verrückte Amis :-)
Leider waren die Clubinternen Regeln, dass man erst den Sieger des vorigen Duells schlagen musste, bevor man spielen darf. Also musste einer von uns beiden die Maorilady schlagen. Brian meinte „No worries, I do that!“ – also hab ich ihn mal machen lassen. Zack, verloren… dann hab ich das halt gemacht :-) Erst sie, dann ihren Freund und dann die beiden gegen uns beide – 3:0 Germany!
Guter Abend und langsam kannte Mathis sich auch mit der inländischen Bierauswahl aus.
In dieser Woche waren auch wieder Waynes Kinder da. Kiah scheint mit Wayne das Hobby zu teilen, auf so starken Seiten wie Barby.com oder PollyPocket-online zu surfen. Ich habe dann immer die Freude das zu beobachten, weil ich nur aus dem Wohnzimmer online gehen kann. Letztens haben sie online Barbies Traumhaus eingerichtet… ein Traum.
Kiah: What colour should the wall have, Dad? Pink?“
Am Tag drauf hat dann Düsseldorf gespielt. Mal wieder Zeit für ein Highlight a la Mathis. Erstmal in die Stadt gefahren, um sich mit Bier für die Siegesfeier einzudecken, anschließend den Liveticker geschaut / gehört und abgefeiert – Düsseldorf hat tatsächlich gewonnen! Leider musste er dann am nächsten Tag feststellen, dass er vor lauter Euphorie den Schlüssel im abgeschlossenen Auto hat stecken lassen. Er und Wayne haben dann erstmal ein bisschen MacGyver gespielt und nach einer Stunde kläglichen Scheiterns, doch den Mann vom ADAC, was hier AA heißt, angerufen. Der hat mal fix unser Auto aufgebrochen. Vielen Dank.
Am nächsten Tag zur Uni. Schloss im Arsch. Vielen Dank…
3. Spiderpig
Letzten Montag nächster deutsch-amerikanischer Gipfel beim gemeinsamen Sprachen lernen. Haben uns in Japanisch versucht und mussten dann in einem Cafe feststellen, dass nicht jede Asiatin auch Japanerin ist. Aber sie hat Brians Versuche sie mit verstümmeltem Japanisch zu belabern mit Fassung getragen - sie konnte ja Englisch, kam aber leider aus Taiwan.
Anschließend uns das Simpsons-Movie rein gezogen, viel gelacht und dann im Starbucks über die Höhepunkte philosophiert. Die Überschrift diese Paragraphen war einstimmig der Renner.
4. Asiaparty und Glowworms
Die Studienwoche haben wir mit Anstand hinter uns gebracht. Wir waren glaube ich häufiger im Gym als in der Vorlesung. Das Gym ist super, wer stemmt nicht gern zu „Barby Girl“ von Aqua Gewichte? Und auch Scooter wird dort gespielt. Besonders gut hat uns die eine Asiatin auf dem Stepper gefallen, leider ist die nicht immer da. Aber für Mathis bestimmte Vorlieben (Frauen mit Glatze sind geil!!) gibt’s auch was zu sehen. Da läuft eine rum, die stemmt mit einem Arm mehr, als Mathis mit beiden Beinen. Vielleicht holen wir uns mal ihre Nummer – falls wir mal umziehen müssen oder so.
Diesen Freitag war dann Geburtstagsparty angesagt. Von Popp. Popp ist einer unserer Lieblingsthais, weil der so viel Ahnung von der Bundesliga hat. Haben seinen 35. gefeiert und es gab, wie üblich, wenn mehrere Thailänder auf einander treffen, massig zu essen. Wayne hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Er muss sich aber ein wenig bei den Maßeinheiten vertan haben, so hatte er einen Kuchen für die Party und noch fünf für zu Hause…
Haben dann gut gegessen, Mathis hat das Bier vernichtet und eine lustige Zeit mit u.a. Asako (Japanerin) und Wan (Vietnamesin) gehabt. Irgendwann hat sich Popp dann hingesetzt und eine kurze Rede gehalten, wie sehr er sich darüber gefreut hätte, dass wir gekommen sind usw. Wir waren ein wenig überrascht. 1. Weil wir eigentlich nichts Besonderes gemacht haben, außer zu kommen, keine Geschenke mitzubringen und zu essen. 2. Weil sich das Ganze nach dem Ende der Party anhörte.
Wir haben dann ein paar Witze darüber gemacht, dass das ja ein lustiger Rausschmiss gewesen wäre und ob wir gehen sollte. Tja und dann sind auf einmal wirklich alle gegangen… An dieser Stelle haben wir gelernt, dass selbst ein Rausschmiss bei Asiaten wie ein Lob klingt.
Danach sind wir fix nach Hause und haben uns für eine Nachtwanderung mit den Amis klar gemacht und uns dann anner Tanke getroffen.
Wir waren zu acht. Wir, Brian und David, Greg, Emily und Enid (allesamt Kiwis) und Eugene – wie man schon am Namen hört, kommt er aus Malaysia. Alle ab innen Van und lustige Fahrt in die Wildnis. Während der Fahrt hat Mathis einmal mehr versucht, Brian zum Alkohol zu bekehren und die versammelte Belegschaft fürs Cowtipping zu begeistern. Der Erfolg war mäßig :-)
Angekommen sind wir mitten in der Wildnis mit Taschenlampen bewaffnet an einem Bach entlang gewandert. Es gab keinen Weg und wir mussten ihn x-mal überqueren. Nach der Hälfte des Weges waren wir alle unterhalb der Knie ziemlich nass. Am Ende waren wir in einer Sackgasse von hohen Felswänden und einem kleinen Wasserfall umgeben. Die Wände waren übersäht mit den blau leuchtenden Glühwürmern. Wirklich cool. Wie ein Himmel voller kleiner blauer Sterne.
Nach der Rückfahrt haben wir dann mit Tränen in den Augen Abschied von Brian und David genommen. Die beiden fahren morgen ab und fliegen dann bald wieder in die Staaten. Echt schade, weil das auf jeden Fall die beiden coolsten Typen waren, die wir bisher getroffen haben.
5. Wellington
Gestern haben wir uns dann in die Hauptstadt gewagt. Eindruck war glänzend. Sehr schön und wenn wir über Zivilisation reden, das Beste, was wir bisher gesehen haben. Sind die Haupteinkaufsstraßen abgelaufen. Mit einer Seilbahn hoch zum botanischen Garten, mit schönem Blick auf die Stadt. Dann die Habourside, an der viele schicke Gebäude stehen und anschließend beim Iren essen – der dortige Koch sollte seine Berufswahl überdenken.
Dann sind wir ins Te Papa – Museum of NZ gegangen. Im Vergleich zu einem deutschen Museum ist das allerdings eher ein Vergnügungspark. Viel mit Licht und Soundeffekten. Zuletzt im strömenden Regen noch einmal in die Stadt, im „The black Harp“ eingekehrt und dann ein wenig nass wieder nach Hause.
Heute war erstmal Durchhängen angesagt. Aber wir müssen uns ja auch für die Uni morgen ausruhen. Zwei Stunden! …ach nein, die eine Stunde gucken wir ja nur TV :-)
Den nächsten Roman, demnächst.
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